Die Sektion Erlangen und ihre Felspatenschaft

Bitte aktuelle Felssperrungen beachten
 
 

Auf Einladung der Sektion Erlangen trafen sich Ende 1990 erstmals Mitglieder der benachbarten Alpenvereinssektionen und der neu gegründeten I.G. Klettern um angesichts auch im Frankenjura drohender Felssperrungen zu diskutieren, was Kletterer selbst zum Erhalt, zur Pflege und zum Schutz der heimischen Klettergebiete beitragen könnten.
 
Wichtigstes Ergebnis: die spontane Zusage aller anwesenden Sektionsvertreter, ein bestimmtes Klettergebiet der "Fränkischen" zu betreuen, die Geburtsstunde der fränkischen Felspaten. Dazu ein Kommentar in den Nordbayerischen Nachrichten vom 12.12.1990:
 
"Patenschaften bedeuten im wesentlichen, sich mit ein Basiswissen über die historischen, geologischen, botanischen und zoologischen Besonderheiten der Klettergärten anzueignen, daraus Pflege- und Nutzungskonzepte zu erarbeiten und, soweit erforderlich, auch in die Praxis umzusetzen. ...... Ganz bewusst wird dabei auch auf eine gute Zusammenarbeit mit Behörden und Naturschutzverbänden gesetzt. ...... Ein wesentliches Augenmerk des Naturschutzes liegt auf den Felsköpfen vieler Kletterfelsen, die botanische Raritäten darstellen und deren Belastung durch das Klettern so gering wie möglich gehalten werden muss. ........ sollen daher flächendeckend Abseilhaken am Ende der Kletterroute angebracht werden. ..... Mit Markierungen und Befestigung der Wege zu den Kletterfelsen ...... sollen die Besucher gelenkt und zugleich der Erosion an Steilhängen durch Bildung von Trampelpfaden entgegen gewirkt werden. Selbstverständlich nur in Abstimmung mit den betroffenen Grundeigentümern ...... ."
 
Unsere Sektion übernahm damals Patenschaften für das Walberla, die Totensteinwände bei Veilbronn und das Gebiet um Burggrub. Mit dem Bau des Zugangsweges zu den Klettereien am Walberla-Rodenstein haben wir wesentlich mitgeholfen, weiter dort klettern zu dürfen. Ungefährer O-Ton eines hochrangigen Vertreters der Oberen Naturschutzbehörde: "nachdem sich die Kletterer so engagiert haben, können wir jetzt die Felsen doch nicht sperren".
 
Auch die fränkischen Kletterkonzepte, die heute weit über die deutschen Klettergebiete hinaus Vorbildfunktion im Nutzen und Bewahren unseres felsigen Naturerbes haben und nachgeahmt werden, wären kaum denkbar ohne den Einsatz der jeweiligen Felspaten und der I.G. Klettern.
 
Sind heute, nachdem flächendeckende Konzepte für den ganzen Nördlichen Frankenjura erarbeitet wurden, die Felspaten überflüssig geworden? Weit daneben gedacht. Nachdem bis auf wenige Ausnahmen, wie beispielsweise mit Barbara Eichler von der Sektion Lauf oder mit Dirk Lüder, Sektion Bayreuth, der DAV kaum noch in Erscheinung tritt, wird die Hauptlast von der I.G. Klettern getragen. Noch lenken längst nicht überall Zustiege die Besucher, ältere Wege müssen ausgebessert werden, teilweise fehlen immer noch Umlenkhaken, Routensanierungen sind wichtige Aufgaben. Dazu kommt es immer wieder einmal zu Differenzen zwischen dem Klettersport und der einheimischen Bevölkerung (kaum noch mit dem Naturschutz!) die ein schlichtendes Eingreifen erfordern.
 
Wir würden uns daher sehr freuen, wenn junge Kletterinnen und Kletterer die Tradition der Felspatenschaft weiter führen würden, zum Wohle und zur Freude aller Kletternden aber auch zum Erhalt und zur Pflege des Lebensraumes der dort heimischen Pflanzen und Tieren