Hier finden Sie in regelmäßigen zeitlichen Abständen eine neue Buchvorstellung, die als Buch­empfehlung gedacht ist.
Sie betrifft nicht nur Neuerscheinungen, sondern allgemein Bücher, die diese besondere Hervorhebung aus den verschiedensten Gründen verdienen. Oft sind sie als Anregung gedacht, auch weniger bekannte Gebiete zu besuchen oder sich mit alpinistischen Randthemen zu befassen.
 
Alle vorgestellten Bücher können Sie in unserer Sektionsbücherei aus­leihen    
Renzo Caramaschi:
Zu Almen und Schutzhütten in Südtirol
    
165 Wandertipps mit Karten und Fotos
Bücher zum Thema Wandern und Bergsteigen in Südtirol gibt es in großer Zahl. Dutzende von Neuerscheinungen führen Jahr für Jahr in die Berge Südtirols - das Buch von Renzo Caramaschi aber hat etwas Besonderes: Zwar folgt es wie andere den wichtigsten Wegen und Pfaden, aber es führt sehr oft über diese hinaus - in wenig begangene Gebiete und an einsame Orte, zu beschaulichen Plätzchen und in großartige Natur. Der Autor favorisiert wenig begangene Wege oder gar vergessene Routen. Konsequenterweise werden von ihm deshalb die bekannteren Wanderungen in das späte Frühjahr und den frühen Herbst "umgelenkt".
165 Exkursionen, 2.300 km Wanderwege und 160.000 Meter Höhenunterschied: Das sind die Eckdaten dieses besonderen Führers, der sich an Wanderer richtet, die neben dem Bergerlebnis auch andere, insbesondere kulturelle Highlights am Wegesrand genießen möchten. Begleitet wurde der Autor auf seinen langen Wanderungen fast immer nur von seinem Hund und seiner Kamera, einer Leica, mit der er die Schönheiten der Südtiroler Berglandschaft in eindruckvollen Bildern festgehalten hat. Dementsprechend runden neben guten Detailkarten und vielen Tipps die meist bestechend schönen, informativen Fotos sein empfehlenswertes Buch ab. Wegen seines stattlichen Gewichts ist dieser Führer sicherlich nicht zum Mitnehmen im Rucksack gedacht, sondern zur Tourenauswahl und Vorbereitung.
712 Seiten, 59,90 € (Edition Raetia Bozen, 2009)

Jürgen Reinmüller, Andreas Hollinger:
Xeis Auslese - Auswahlkletterführer Gesäuse
Renaissance im Gesäuse - ein traditionell alpines Klettergebiet erwacht aus dem Dornröschenschlaf! Namhafte ortsansässige Kletterer haben nun nach langer Wartezeit den Auswahlkletterführer Gesäuse neu aufgelegt und damit ein noch nie da gewesenes, in Umfang und Detailliebe unvergleichliches Werk geschaffen. Der aktuelle Stand des Klettergeschehens in diesem klassischen, aber keineswegs altmodischen Klettergebiet wurde von Gebietskennern sorgfältig recherchiert, mit viel Enthusiasmus zu Papier gebracht, in ein ansprechendes Layout verpackt und technisch perfekt umgesetzt.
Quantitativ hat sich das Buch mit 150 alpinen Kletterrouten und 7 Klettersteigen gegenüber der ersten Auflage beinahe verdoppelt. Nicht nur die Neuaufnahme neuer (und teilweise frisch sanierter) Routen, sondern auch die Erweiterung von so mancher Tour mit aufwendigen Topos machen diese neue Auflage zu einem wertvollen Informationsmedium für Kletterer. Die vielen Farbfotos - z. B. detaillierte Wandbilder und ganzseitiges Kletterfoto aus jeder Route - ergänzen die präzisen Beschreibungen, Übersichtsfotos. Karten und Topos zu einem runden Gesamtbild. So erquicklich sich dieser Kletterführer "liest", so kann man sich bereits im Wohnzimmer in jede Tour hineinfühlen. Die neue Xeis-Auslese wird sich als Vorreiter der "Kletterführer-Bildbände" bei sehr vielen Gesäuse-Liebhabern seinen Namen machen. Wünschenswerter Maßstab für die Konkurrenz - weit oben auf der Skala.
490 Seiten, 33,95 € (Alpiner Rettungdienst Gesäuse, 2009)                             

Günter Durner, Gerhard Gstettner:
Sportklettern Ötztal / Imst-Gurgltal         
Bei diesem Führer handelt es sich wieder um einen "Kletterführer-Bildband" und das in sehr handlicher Ausgabe. Er enthält einige der besten Sportklettergebiete Tirols. Der Kletterführer enthält die aktuellsten Topos, die nach den umfangreichen Sanierungen im Ötztal und Imst-Gurgltal erstellt wurden. Die zahlreichen, bestens abgesicherten Klettergebiete bieten außergewöhnlich abwechslungsreiche Klettermöglichkeiten. Sowohl Anfänger als auch Profis finden in den Klettergärten und Mehrseillängenrouten ein reichhaltiges Tourenangebot. Klettersteige, die hochalpin und in Talnähe zu finden sind, runden d                   as Kletterangebot ab. In dem Führer sind alle Gebiete mit Routenauflistung, Routenstatistik, Gebietsbeschreibung, Symbolleiste, Topo, Anfahrtsskizze und Fotos beschrieben. Die Gebietserschließer und Locals kommen jeweils mit Zitaten zu ihrem Lieblingsfels zu Wort. Das Ringbuch ist besonders praktisch, da es komplett auf- und umgeklappt werden kann. Die vielen hervorragenden Kletter- und Landschaftsbilder vermitteln einen perfekten Eindruck der jeweiligen Felsen. Ein moderner Kletterführer, der keine Wünsche offen lässt und Lust aufs Klettern im Ötztal und Imst-Gurgltal macht.
Topos der Gebiete im Ötztal (und in Tirol) und mehr Infos (nicht nur für Kletterer) gibt es auch unter der ausgezeichneten Website www.climbers-paradise.com.
176 Seiten, 24,90 € (Am Berg Verlag, Mai 2010)
Sektion Weitwanderer:
ÖWWs Sammlung.ÖWWs Sammlung.
Österreichische Weitwanderwege
Neben einer ganzen Reihe eher regionaler mehrtägiger Wanderwege gibt es in Österreich einige neuere Fernwanderwegen, wie z. B. den Arnoweg oder den Adlerweg sowie Varianten der Via Alpina. Letzteren gemeinsam ist, dass sie eher in den westlichen Teilen des Landes verlaufen.
Schon lange vor diesen wurde eine Reihe von Fernwanderwegen angelegt, die über das ganze Land verteilt sowohl in Ost-West-Richtung als auch in Süd-Nord-Richtung verlaufen, fast immer durch den Alpenbereich. Sogar eine eigene Alpenvereinssektion - die einzige überregionale Österreichs - wurde zu diesem Zweck gegründet, die Sektion "Weitwanderer".
Deren vorzügliche Website (http://www.alpenverein.at/weitwanderer) ist eine wichtige Informationsquelle für die insgesamt zehn offiziellen "großen österreichischen Weitwanderwege". Auch in Wikipedia kann man sich unter "Weitwanderwege (Österreich)" eine ausgezeichnete Übersicht verschaffen.
ÖWWs KarteÖWWs Karte
Begleitend gibt es für alle "ÖWW"s schon lange sehr handliche Wanderführer im Hosentaschenformat. Im Jahr 2009 wurden diese aktuell bearbeitet und in zeitgemäßer Aufmachung neu herausgegeben. Sie können zu äußerst günstigen Preisen über die oben genannte Website bestellt werden. 
 In unserer Sektionsbücherei sind neuerdings die Führer zu allen drei in Alpenlängsrichtung verlaufenden Weitwanderwegen erhältlich:
ÖWW 01: Nordalpenweg
ÖWW 02: Zentralalpenweg (3 Bände)
ÖWW 03: Südalpenweg  

Die Führer geben Auskunft über alles, was man zu einer Weitwanderung benötigen: Eine genaue Wegbeschreibung mit Gehzeiten, Gehlängen in Kilometern, Höhenangaben, Wissenswertes über Sehenswürdigkeiten, Hinweise auf Quartiere (auch Hütten) mit Tel.-Nr. und - soweit vorhanden - e-Mail-Adressen, sowie die jeweils zuständige Tourismusorganisation (Gästeinformation) und das benötigte Kartenmaterial.

Die sehr hilfreiche Übersichtskarte "Österreichische Weitwanderwege" von Freytag & Berndt (1:800 000) gibt es schon seit einiger Zeit. Auch sie ist in unserer Bücherei ausleihbar.
Aus bergsteigerischer Sicht ebenfalls interessant sind die ÖWWs
ÖWW 05: Nord-Süd-Weitwanderweg
ÖWW 08: Eisenwurzweg
ÖWW 09: Salzsteigweg
ÖWW 10: Rupertiweg

Sie alle verlaufen in ihrem Südteil durch alpines Gebiet und verflachen dann in den nördlichen Landesteilen.

1994 wurden von Fritz Peterka alle zehn großen, insgesamt rund 7300 km langen österreichischen Weitwanderwege "in einem Stück" in 143 Tagen begangen. Diese Leistung wurde 1998 im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.

Eine sehr interessante Website soll noch erwähnt werden, da sie sowohl für die Planung von Fernwanderungen als auch allgemein für alle alpinen Wanderungen in Österreich  sehr empfohlen werden kann "Trekking in Austria": http://www.publish.at/trekking/

Hier wird praktisch das gesamte alpine Wanderwegnetz des Landes dargestellt mit vielen Infos nicht nur zu Wegverläufen, Weglängen, Gehzeiten, Hüttentelefonnummern usw., sondern auch mit Links zu Übernachtungen abseits der Hütten und vor allem mit detaillierten Infos zu öffentlichen Verkehrsmitteln, was gerade für die Planung von Streckenwanderungen eine große Hilfe ist.


Christian Hartl:
Ostbayern                                                 
Fichtelgebirge - Steinwald - Bayerischer Wald
Über die Kletterfelsen im Osten Bayerns ist insgesamt nur sehr wenig veröffentlicht worden. Insbesondere die Felsen im Fichtelgebirge und im Steinwald sind kaum in Kletterführern zu finden. Die vielen schönen Klettereien der Region schlummerten jahrelang im Verborgenen und wurden bisher nur von Kennern und Liebhabern aufgesucht. So gesehen ist es wirklich Zeit geworden, dass endlich jemand die Kletterfelsen aus ihrem Dornröschenschlaf weckt und die Schätze der Allgemeinheit vorstellt. Als exzellenter Gebietskenner füllt nun Christian Hartl diese lang herrschende Lücke und beschreibt die Klettergebiete in Fichtelgebirge, Steinwald und Bayerischem Wald in der von den Panico-Führern her gewohnten übersichtlichen Darstellung. Der Führer liefert auf 320 Seiten neben schönen Topos und vielen guten Kletterfotos auch immer wieder Hintergrundinformationen zum Natur- und Kulturraum. Er motiviert zu einem Besuch in der Region zwischen Hof und Passau. Das Angebot an Kletterrouten ist beachtlich: Zehn Granitfelsen im Fichtelgebirge, sechs Massive im Steinwald (mit dem Räuberfelsen als Hauptattraktion) und jede Menge Gneis und Granit im Bayerischen Wald. Der Führer ist bezüglich Neutouren voll auf dem aktuellen Stand und führt mit viel Herz und Sachkunde auch den Gebietsfremden sicher zu interessanten Klettererlebnissen. Er trägt das DAV-Gütesiegel "Naturverträglich Klettern".
320 Seiten, 29,80 € (Panico Alpinverlag)

Günther Bram und Roman Koch:
Trubachweg
Geologie - Kultur - Klettern
Diese Neuerscheinung ist mehr als nur ein Begleitbuch zu dem im Juni 2008 neu eröffneten Trubachweg. Es soll nicht nur Wanderer ansprechen, sondern auch Andere, die sich mit den vorgestellten Themen tiefer befassen wollen und bietet dementsprechend detaillierte Informationen zu den Themenbereichen dieses Wanderweges.
Die Idee des Trubachweges entstand im Anschluss an die Fertigstellung des Kletterkonzeptes für das obere Trubachtal durch Günther Bram, den Dritten Vorsitzenden unserer Sektion. Mit Professor Dr. Roman Koch vom Geo-Zentrum Nordbayern an der Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg fand er einen engagierten Mitstreiter.
Eines der Hauptanliegen des Trubachweges ist, nachvollziehbar zu machen, wie Geologie, Verwitterung, Veränderungen der Umwelt und der Mensch stets eng miteinander verbunden sind. Dies gelingt schon durch die Wegführung: Ständig lockt der Weg mit etwas Neuem, lädt ein zum Wandern, Verweilen und Staunen. Vieles wird aber insbesondere durch die didaktisch vorbildlich aufbereiteten Informationstafeln entlang des Weges erläutert, die auch im Anhang des Büchleins alle wiederzufinden sind.
Die Kurzinformationen auf den 18 wegbegleitenden Tafeln sind schon sehr informativ und gehen qualitativ und quantitativ weit über das hinaus, was üblicherweise auf Schautafeln entlang Wanderwegen erläutert wird. Dennoch sind auch sie nur Anreiz, vieles musste ausgespart bleiben. Diese Lücke schließt das Begleitbuch, in dem weitere, auch wissenschaftliche Details erläutert werden. Dabei wird - wie schon bei den Informationstafeln - neben wissenschaftlicher Exaktheit viel Wert auf Anschaulichkeit und Verständlichkeit gelegt. Viele erläuterte Skizzen, aktuelle und historische Fotos sowie Zitate und Anekdoten tragen zusätzlich dazu bei. Wer sich noch weiter in die Themenbereiche vertiefen möchte, finden im umfangreichen Literaturverzeichnis hervorragende Quellenangaben.
Der neue Weg soll nicht nur einzelne Themen, sondern auch deren intensive Vernetzung darstellen. So wird die Entstehungsgeschichte des abwechslungsreichen Naturraumes, der von Jurafelsen, Karstquellen und der Albhochfläche geprägt wird, in verständlicher Form nahe gebracht. Und außerdem wird das Ineinandergreifen dieser geologischen Grundbedingungen mit der regionalen Entwicklung von der ersten Besiedlung bis heute mit den schwierigen Lebensbedingungen und der modernen touristischen Nutzung abgehandelt.
Vertieft werden vor allem Einblicke in die geologische und morphologische Entstehung dieses abwechslungsreichen Naturraumes. Weitere Themen sind hydrogeologische Erscheinungen oder die speziell an den unwirtlichen Lebensraum der Felsen angepasste Flora und Fauna. Informiert wird auch über heute kaum noch sichtbaren Reste früherer bäuerlicher Tätigkeiten. Schließlich ist die Gegend Jahrtausende Jahre altes Kulturland. Auch ein bisschen Namenskunde mag den einen oder anderen Aha-Effekt bescheren. Und nicht zuletzt wird auf die lokalen Felsen als Tummelplatz heutiger Freizeitgestaltung eingegangen. Insbesondere wird hierbei die lokale Klettergeschichte und die Entwicklung des fränkischen Klettersports durch die Zeiten erläutert unter entsprechender Würdigung der wichtigsten Protagonisten. In einem eigenen Kapitel werden Anliegen und die kontrovers diskutierte Entwicklung des Naturschutzes im Klettergebiet erläutert sowie Konzepte und der mühsame Weg zur heutigen für viele Klettergebiete als vorbildlich angesehenen Lösung aufgezeigt.
160 Seiten, 8.50 € (Gürtler Druck, Forchheim; erhältlich z. B. bei der Touristinformation Ober­trubach, Tel. 09245/988-0) 
AlpenpflanzenOskar Angerer; Thomas Muer: Naturführer Alpenpflanzen
Ulmer Verlag, 2004, 19,90 €
Ulmers Naturführer "Alpenpflanzen" ist die absolute Nummer 1 unter den Pflanzenführern für die Alpen. Die Besonderheit dieses Buches liegt vor allem darin, dass es
•  den gesamten Alpenraum umfasst
•  vollständig alle in den Alpen vorkommenden Arten enthält, auch solche aus tieferen La­gen (1200 Arten)
•  wobei die meisten Arten mit einem aussagekräftigen Foto abgebildet sind.
Insgesamt ein Anspruch auf Vollständigkeit, den es bei bisherigen Büchern dieser Art noch nicht gegeben hat. Deswegen überrascht auch die relativ bescheidene Größe des Führers ganz beson­ders. Es handelt sich um ein Büchlein, das von der Größe und vom Gewicht her durchaus (noch) tragbar ist, auch wenn wegen der Qualität der vielen Fotos ein schwereres Papier verwendet werden musste. Der Führer ist in erster Linie gedacht für die Bestimmung unbekannter bzw. nur vage bekannter Pflanzen vor Ort.
Anhand detaillierter Beschreibungen, den brillanten Farbfotos und zahlreicher zusätzlicher Zeich­nungen ermöglicht der umfassende Pflanzenführer eine schnelle und sichere Bestimmung der jeweiligen Arten. Angaben zu Vorkommen, Verbreitung und zum Standort sowie Hinweise auf ähnliche Arten, Gefährdung und Schutz ergänzen die Beschreibungen. Die praktische Gliederung nach Pflanzenfamilien ermöglicht vor allem den Lesern mit botanischen Grundkenntnissen ein sehr schnelles Auffinden der gesuchten Pflanze. Aber auch absolute Neulinge auf diesem Gebiet können mit dem Buch etwas anfangen. Eine Einleitung vermittelt dem Leser Wissenswertes zu den ökologischen Besonderheiten des Naturraumes Alpen.
Das Buch enthält also nicht nur die typischen "Vorzeige-Alpenpflanzen", sondern so ziemlich alles, was auf einer Bergwanderung oder Hochgebirgstour an Pflanzen zu entdecken ist. Alles in allem sind dies beste Voraussetzungen, um z. B. die Bestimmung immer wieder gesehener, aber nur vage bekannter Alpenpflanzen einmal selbst zu versuchen und sein Alpenpflanzen-Wissen ein wenig zu erweitern. Ein sehr empfehlenswerter Einstieg zum Kennenlernen der Alpenflora. Es gab bisher kein besseres Buch zum Thema Alpenpflanzen, was man auch mit auf die Tour mit­nehmen konnte.
Insgesamt sehr empfehlenswert!