Dolomiten Alpinklettern 21.9. - 24.9

Alpin oder Plaisier?
Sind 60m Quergänge, 30m Hakenabstände, Schotter in der Piste, Nebel in der Wand und ein Vorsteiger, den man nie erreicht ein alter Hut für Sie? Dann lesen Sie nicht weiter! Ansonsten erfahren Sie nun etwas über ein Wochenende 10 unerschrockener Erlanger Kletterer in den Dolomiten.
 
Tag I)
Zuerst erlernten wir am Torre Grande West die Grundfertigkeit einen lehrbuchmäßigen Stand einzurichten – Reihenschaltung, Kräftedreieck, Hakenschlagen, aber auch den Unterschied zwischen quer- und längsgetapeten Skyhooks. Derart abgesichert wagten wir uns in die "Via del Guide" 4+, "Via Miriam" 5+ und die "Nordverschneidung" 4+. Dort machte jeder seine eigene Erfahrung. Thomas musste feststellen, dass einen Vorsteiger mit der Guido – T-Block  Technik nicht etwa das Ende der Seillänge, sondern erst der Gipfel stoppen kann. Verena hingegen setzte auf den Erstbegeher(um)weg, und Armin entdeckte im Abstieg seine Liebe zu schattigen Kaminen, die aber nicht zum Einstieg, sondern zum nächsten Gipfel führten. Hinsichtlich Kaminen konnte Reinier dagegen feststellen, dass neben der Schulter zum Klemmen auch der Helm - im Kamin geeignet platziert - dienen kann.
 
Tag II)
An diesem Tag setze sich ein Teil der Gruppe die 1. Pfeilerkante des Tofana di Rozes "Alvera" 5+ zum Ziel. Um in der 550m langen Route Zeit beim Standplatzbau zu sparen, wurde jeder zweite Standplatz einfach ignoriert. Auf diese Weise wurden 16 Seillängen auf effektive 8 Seillängen reduziert - was hin und wieder der zweiten Seilschaft mit 10m weniger Seil leichtes Kopfzerbrechen bereitete. Doch weder das kürzere Seil, der Nebel noch die fehlende Daunenjacke konnten dem schönen Charakter dieser Route und unserer guten Laune etwas anhaben.
Der andere Teil der Gruppe wagte sich indessen an die Begehung des Cima Col dei Bois. Dieser 5+ Klassiker bot den drei anderen Seilschaften eine schöne Mischung aus alpinem Klettern: festen rauen Fels in den ersten Seillängen, später einen Spaziergang durch ungemähten Rasen und eine Verschneidung maßgeschneidert für den riesigen Friend #5. Störend wirkte sich auch nicht aus, dass neben der Kant'n nicht auf der Kante ist und damit eine Seillänge mehr bedeutet.
 
Tag III)
Alpin oder Plaisier? Der Torrione Marcella am Passo Giau bot beides. Die "Paolo Amedeo" 6 war als alpine Genusstour, als kommender Klassiker im Topo ausgeschrieben. Doch bereits kurz nach dem Einstieg mussten wir mit den Widrigkeiten Steinschlag vorhergehender Seilschaften, Seilzug, lockerem Fels und langer Standplatzsuche kämpfen ... und dass ein-zwei Grad weniger nicht unbedingt zwei Stunden Zeitvorsprung bedeuteten - wie man sich heimlich ausgerechnet hatte. Denn den Zeitvorsprung hatte am Ende die andere Gruppe, die an diesem Tag auf alpinen den Dolomitencharakter verzichtete und Haken für Haken die schöne "Nikibi" 7/7+ genießen konnte.
 
Für diese wunderschönen Tage, für die guten Routenvorschläge, die viele Geduld und den Spaß, den wir alle hatten möchten wir uns bei Guido, Jochen und Martin bedanken. Wiederholung nicht ausgeschlossen, sondern dringend erbeten!

Alpin_Dolomiten


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