Eiskletter-Camp 2008

Eisklettern im Gasteiner Tal

Das schattige Gasteiner Tal unter den Gipfeln der östlichen hohen Tauern bietet trotz Klimaerwärmung eine Vielzahl bester Möglichkeiten im steilen Eis.
 
Von entspannten Top-Rope Aufwärm-Eisfällen, bis zu Mehrseillängen- Tages- (und Nacht-) Aufgaben ist alles geboten was Waden schlapp und Hauen stumpf macht. Aufgrund dieser Vorzüge ist es auch dem Kälte, Nässe und Schatten liebenden (Wahl)Franken nicht zu fern, um ein ausgedehntes Wochenende an seinen Fällen zu verbringen. Wegen des aufziehenden Orkantiefs Emma wurde der größtenteils sonnige erste Tag auch gleich direkt zur Verwirklichung größerer Routen genutzt. Nach intensiver Aufwärmphase (gefühlte 30km Zustieg) hatten dann schließlich auch alle von der Horizontalen genug und waren bereit für Steileres. Steiles gab es dann auch zur Genüge und nach der ein oder anderen mindestens ganz leicht überhängenden Passage (doch, doch, ganz bestimmt), war der ein oder andere vielleicht doch froh nicht vorsteigen zu müssen. Trotz dessen schienen sich manche nicht mal von der
untergehenden Sonne in ihrem Tatendrang bremsen zu lassen und hatten so viel Spaß, dass sie glatt vergaßen wie früh so eine Bad Gasteiner Gaststube schließen kann. Aber Essen macht schwer und Leichtigkeit ist am Eis sowieso alles. Der einsetzende Sturm beschränkte die Aktivitätsphase des nächsten Tages dann auf die erste Tageshälfte, was den müden Knochen aber nicht allzu viel ausmachte. Das Motto der Stunde: Wellness! Der beständige Niederschlag am Folgetag verhinderte dann auch größere Proteste gegen eine ausführliche Theorieeinheit. Und als alle Eisen wieder scharf und alle Teilnehmer wieder entknotet waren, machte man sich wieder auf den Weg in die Heimat. Schön auf’s Sofa und Füße hoch. Auch nicht schlecht!
 
Text:   Sven Schlicke
Fotos:  Sven Schlicke, Martin Neumann
 
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