Abschlussfahrt 2012

Klettern oder Klettersteig – die Qual der Wahl

 

Herrliche Spätsommertage am Gardasee
von Gudrun Knobloch

Arco, am Nordende des Gardasees, bietet in der Stadt und in ihrer Umgebung viele attraktive Möglichkeiten für Kletterer und Klettersteiggeher. Die Bergsteigergruppe hatte deshalb Arco zum Ziel ihrer diesjährigen Abschlusstour gewählt.
Sechs Bergsteiger mit Ausrüstung für alle möglichen Aktivitäten starteten am Mittwoch, 3.10., mit zwei Autos nach Arco. Nach dem Abendessen machten wir einen kleinen Bummel durch den Ort. Ein Kletterladen reiht sich an den anderen, die Schaufenster locken mit einer bunten Auswahl an Karabinern, Exen, Seilen, Kletterschuhen, Kletterklamotten ...
Am nächsten Morgen waren die nahe gelegenen Baone-Platten unser Ziel. Plattenkletterei = Reibungsklettern, selten größere Griffe. Zunächst gewöhnungsbedürftig. Das Plattenklettern strapaziert auch die Zehen, besonders wenn man die Plattenkletterei schon lange nicht mehr geübt hat. In drei Seilschaften kletterten wir bei herrlichem Wetter eine Route nach der anderen – bis die Zehen streikten und Helmuts Kletterschuhe Auflösungserscheinungen zeigten.
Abends dann Überlegungen für den nächsten Tag: wo Klettern, was bietet sich an? Die Qual der Wahl bei so viel Auswahl. Der Che Guevara-Klettersteig zum Beispiel, oder der deutlich kürzere „Sentiero attrezzato Gerardo Sega“ am Monte Baldo-Massiv?
Am Freitag teilte sich also unsere Gruppe – vier fuhren zum Klettern an die Muro dell' asino, Helmut und ich fuhren zum Gerardo Sega-Klettersteig. Die Fahrt durch Avio war abenteuerlich, die Straße kaum breiter als das Auto. Dann in vielen Serpentinen hoch zum Kirchlein Madonna del Neve auf 1082 m Höhe. Dort begann unser Weg zur Felsschlucht zwischen Corno Gallina und Coalàz. Ein riesiger Überhang, durch den eine gut angelegte Tour führt. Querungen auf Bändern mit grad mal einem fußbreit Platz, dann wieder hoch zur nächsten Terrasse. Viel Luft unter dem Hintern – gut, dass es meist auch eine Seilsicherung gibt und bei den Aufschwüngen Eisenstifte/-tritte in oft senkrechten Passagen das Höherkommen erleichtern. Herrliche Blicke hinunter in die Schlucht und auf die umliegenden Berge forderten ab und zu eine Pause. Oben angekommen ließen wir es uns erst mal auf der Wiese im Sonnenschein gut gehen, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Die Kletterer hatten ihre Freude an schönen Routen. Sie waren schon am Nachmittag wieder in Arco, da unser Organisator frühzeitig nach Hause zurück kehren musste. Andreas und Herbert sind dann noch zur Burg hoch spaziert. Ein schöner Weg, gut angelegt führt er durch Olivenpflanzungen mit immer neuen Blicken auf Arco und sein Umland, wo es noch viele Klettermöglichkeiten gibt. Der steile Fels, auf dem die Burg der Grafen von Arco steht, war 1987 Austragungsort des Rockmaster, ein Teil der Kletterweltmeisterschaft. Seit 1988  findet der Rockmaster in einer großen, neuen Halle statt. Kunstgriffe statt Naturfels.
Am Samstag kam Helmut doch noch zu seinem Che Guevara-Klettersteig bei Pietramurata mit 1380 m  Auf- und Abstieg, Andreas hatte sich auch für den Klettersteig entschieden. Die anderen haben sich eine neun-Seillängen-Kletterroute in Dro ausgesucht. Unsere Klettersteiggeher kamen zufrieden von ihrer Tour zurück, sie war ganz nach ihrem Geschmack, anstrengend aber sehr schön. Die Kletterer waren durch langsamere Gruppen vor ihnen etwas ausgebremst und nicht ganz so zufrieden.
Sonntag war leider schon die Heimfahrt. Noch klettern oder auf dem Rückweg Trentin besuchen? Zwei Autos, zwei Varianten. Herbert und Christian gingen erst noch mal klettern, diesmal nach L'Orto oberhalb Laghel. Wir  machten uns gleich nach Norden auf den Weg, legten in Trentln einen Stopp ein, bummelten durch die schöne Stadt mit vielen sehenswerten Gebäuden.
Fazit: Schöne Tage bei gutem Wetter, leider viel zu kurz. Wir kommen wieder!

 
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