Forschungsfahrt in den Slowenischen Jura im September 2018

Anfang September war es wieder einmal so weit: Die Höhlengruppe des DAV Erlangen brach unter der Leitung von Jutta und Stefan in den Slowenischen Karst auf. Für eine knappe Woche stand die Erforschung des Untergrundes im klassischen Karst auf dem Programm.

 

Zum „Aufwärmen“ wurde mit einer einfachen Höhle begonnen, dem Markov Spodmol. Es ist eine aktive Wasserhöhle mit zwei kleineren Schachtstufen, die mittels Strickleiter bewältigt werden können. Tolle Gangformen im hinteren Teil begeisterten uns, ebenso einige Sinterformationen.

Für die Schachtleute in der Gruppe standen noch zwei weitere Objekte auf dem Programm. Eine kleinere, unscheinbare Höhle  unweit unseres Campingplatzes und – wesentlich interessanter – die Erkundung der Vodna Jama. Sie ist eine aktive Wasserhöhle und steht unterirdirsch mit dem Markov Spodmol in Verbindung. Leider muss sie aber über einen 30 Meter tiefen Schacht befahren werden. Dieser wird gefolgt von einer trockenen Gangstrecke, die schließlich in den aktiven Teil führt. Ziel für diese Tour war es, eine Erkundung bis zum Wasserlauf vorzunehmen und zu klären, ob dies ein lohnendes Objekt für andere Fahrten sein könnte. Und das ist sie! Diese Höhle sollte für die nächsten Jahre unbedingt mit auf dem Programm stehen.

Natürlich wurden auch Touren in Höhlen gemacht, die für alle Teilnehmer geeignet waren. Neben dem Höhlenwanderweg bei Laze ging es noch in die Zelške Jame, ebenfalls eine aktive Wasserhöhle, aber mit einfachem Zustieg. Nach dem Aufpumpen der Boote kann es einfach losgehen – eine Höhlenbefahrung im Sitzen!

Neben den frei befahrbaren Höhlen durften natürlich auch die klassischen “Schauhöhlen“ nicht fehlen. Stefan und Jutta hatten einen Termin für die Planinska Jama ergattert. Mit sauberen (!) Höhlenklamotten und vier Forschern einer anderen Höhlengruppe ging es los. Schon das große Eingangsportal war absolut sehenswert. Wir folgten der Unica entgegen der Fließrichtung in den Berg und konnten nach einiger Zeit den Zusammenfluss von Rak und Pivka zur Unica bestaunen und auf dem Weg zum „Bootshafen“ einige Grottenolme bewundern. Nach einer spannenden Paddelstrecke landeten wir an und gingen ins Paradies. Dieser trockene Höhlenteil trägt seinen Namen zu Recht. Die Größe und Schönheit der Sinter ist einfach umwerfend. Eine tolle Tour, an die man sich sicher sein Leben lang erinnern wird.

Da es in Slowenien neben den einfach begehbaren Wasserhöhlen auch viele Schachthöhlen gibt, nutzten wir die Gruppenfahrt auch, um die SRT-Technik zu üben und zu vertiefen. Doreen, neu in der Gruppe und noch Neuling in der SRT-Technik, wurde in die Abseil- und Aufstiegstechnik am Seil eingewiesen und konnte sie in Ruhe in geringer Höhe an einem Baum auf dem Campingplatz üben.

Die Kultur sollte auf unserer Reise natürlich auch nicht zu kurz kommen und hier war sogar ein besonderes Highlight für Höhlenforscher dabei:  Die Höhlenburg Predjamski Grad. Sie ist eine der größten und schönsten noch erhaltenen Höhlenburgen. Unter der Burganlage sind Höhlensysteme vorhanden, sodass bei einem Besuch jeder auf seine Kosten kommt.

Die Woche war wie immer viel zu schnell um und Slowenien wird uns sicher in den nächsten Jahren wieder mal sehen!

Brigitte Hilpert

 
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