Fränkische Schweiz mit dem Seibersdorfer Höhlenverein

Die Höhlengruppe der DAV-Sektion Erlangen hatte dieses Frühjahr eine Höhlengruppe aus Seibersdorf/Niederösterreich zu Gast in Franken. Mit da bei war Renate Tobitsch, die Obfrau vom Landesverein für Höhlen und Karstkunde Tirol.

 

Nachdem Stefan und Jutta Uhl aus der Sektion Erlangen, unsere Höhlenfreunde und Vereinsmitglieder des Landesvereins für Höhlenkunde in Tirol, uns bereits mehrmals zum Höhlenforschen in die Fränkische Schweiz eingeladen hatten, musste ich die Einladung gemeinsam mit den Seibersdorfer Höhlenforschern einfach wahrnehmen.

Alexandra Halder und ich fuhren also am Mittwochnachmittag, dem 25. Mai 2016, von Tirol aus nach Königsstein, wo wir im Gasthof zur Post beim Abendessen bereits die meisten Teilnehmer dieser Vereinsfahrt antrafen. Überraschend waren sieben Kinder unter den Teilnehmern und so waren wir eine bunte Truppe, die in den folgenden Tagen gemeinsam sehr viel Spaß hatte.
Am folgenden Fronleichnamstag standen Befahrungen des Alfelder Windlochs, des Osterlochs und der Schönsteinhöhle auf dem Programm. Die dritte Gruppe absolvierte mit Christof und Brigitte eine Höhlenwanderung in Plech.

Das Alfelder Windloch ist die zweitgrößte Höhle der Fränkischen Alb und faszinierte uns mit ihrer gewaltigen Elefantenfußhalle. Am Nachmittag befuhren wir noch das Osterloch bei Illschwang und konnten eine Hufeisennase-Fledermaus identifizieren.

Beim Abendessen wurden bereits viele Neuigkeiten und interessante Begebenheiten ausgetauscht. Anschließend machte sich noch eine Gruppe von sechs Personen mit Christof als Führer auf den Weg um den Höhenglücksteig zu absolvieren. Für uns Höhlenforscher macht es fast keinen Unterschied, ob wir einen Klettersteig bei Tag oder Nacht begehen. Mit Helm und Licht sind wir die Dunkelheit gewohnt. Nach den ersten beiden Teilen entschlossen wir uns aber, den Klettersteig zu verlassen und uns für die Höhlentouren am kommenden Tag auszuruhen.

Am Freitag freuten wir uns bereits auf die Bismarkgrotte, die mit ihrer Gesamttiefe von 52 m und einer Gesamtlänge von 1240 m zu den größten frei zugänglichen Höhlen der Fränkischen Schweiz zählt. Eine andere Gruppe befuhr untertags die Höhle ohne Namen in Steinamwasser, während die dritte Gruppe die Höhlenwanderung bei Muggendorf genoss. Treffpunkt war anschließend für alle der Gasthof „Zur frischen Quelle“ in Steinamwasser, wo der Rest der Gruppe nach einer Stärkung die Höhle ohne Namen befuhr. Diese kluftgebundene Horizontalhöhle in der Oberpfalz besticht durch wunderschöne Sinterbildungen sowie größere Wasseransammlungen, wie beispielsweise dem Friedasee.

Am Samstag teilten wir uns wieder in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe befuhr das Alfelder Windloch, wir anderen machten uns mit Jutta S. auf zur Höhlenwanderung im Hirschbachtal. Aus zeitlichen Gründen schafften wir nur einen Teil der insgesamt 30 möglichen Höhlen auf 20 km Strecke.

Vom Gasthof Goldener Hirsch im Hirschbachtal aus ging es vorbei an wunderschönen Blumenwiesen, durch herrlich kühle Waldgebiete zu vielen kleinen und größeren Höhlen. Überrascht waren wir, als wir zum uns bereits bekannten Höhenglücksteig kamen. Unseren Weg begleiteten weiterhin Akeleien, viele andere Blumen und sogar Blüten vom Frauenschuh konnten wir bewundern.

Am Nachmittag trafen wir uns mit Jutta und Stefan Uhl und vielen anderen aus unserer großen Gruppe, um die Schönsteinhöhle bei Streitberg zu befahren. Die restlichen Mitglieder, die diese Höhle bereits am Donnerstag befahren hatten, erkundeten die Umgebung. Durch die große Gruppe war es nahe dem Höhleneingang ziemlich laut, später teilten wir uns in zwei Gruppen und konnten viele wunderschöne Sinterformen bewundern und kleine Gänge erforschen. Teilweise mussten wir enge Wasserstellen überwinden, aber es war eine tolle Befahrung für alle.

Am Abend hatten Stefan und Jutta eine Grillparty vor der Sophienhöhle in der Nähe der Burg Rabenstein in Ahorntal organisiert. Gemeinsam trugen wir Grill, Getränke, Fleisch, Würstl, Brot, Salate und vieles mehr vom Parkplatz hinauf vor die Sophienhöhle, wo unsere Grillmeister ihr Werk begannen. Wir anderen befuhren die Sophienhöhle, bei der an diesem Abend „Sophie at Night“ angesagt war. Anschließend genossen wir die Grillerei mit vielen Köstlichkeiten. Jutta und Stefan hatten für alles gesorgt. Nach einem herrlichen Abend packten wir alles zusammen, die Reste wurden wieder zum Parkplatz hinuntergetragen und wir fuhren in unsere Unterkunft.

Am Sonntag traten wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Heimreise an. Vielen Dank an die Organisatoren Jutta und Stefan Uhl sowie Georg Czedik.

Renate Tobitsch

 
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