Faszination Mountainbiken ...

Der Titel des DAV-Flyers bringt es auf den Punkt.

 

Beim DAV mit insgesamt rund einer Million Mitgliedern sitzen ca. 400.000 von ihnen an durchschnittlich 32 Tagen im Jahr auf dem Bike. Bei einer solchen Verbreitung darf man guten Gewissens Begeisterung für diese Betätigung unterstellen und von einem wahren „Volkssport“ sprechen. Für das Einzugsgebiet der Stadt Erlangen kann man sicherlich von mehr als 2500 aktiven Mountainbikern ausgehen, nachdem allein zu einer Umfrage der IG Mountainbike über 1300 Rückmeldungen erfolgten.
Zu dieser starken quantitativen Steigerung gesellt sich eine unübersehbare Entwicklung der letzten Jahre. Im Gebiet des Meilwaldes, der in großen Teilen in Privatbesitz ist, sowie im Tennenloher Forst haben einige schwarze Schafe durch illegale Wegebauten (z. B. Schanzen oder künstliches Ausformen von Pfaden) für Unmut gesorgt.
Zum großen Bedauern vieler heißt es infolge dessen zunehmend „Für Radfahrer verboten“ – oftmals ist es aber nicht nach vollziehbar, warum man da ausgesperrt wird.
Es haben sich viele verschiedene Spielarten des Mountainbikens herausgebildet. Natur erlebende Genussradler und ambitionierte Freizeitsportler suchen ebensonach Möglichkeiten für die Ausübung ihres Hobbys wie akrobatische Freestyler und wagemutige Downhiller.
Für mich als passionierten Tourenbiker spielt neben dem Naturerlebnis immer auch der sportliche Anspruch eine Rolle. Die Kondition lässt sich optimal durch längere Ausfahrten ins weitere Umland trainieren, aber für die fahrtechnische Weiterentwicklung bedarf es eines anspruchsvollen Geländes, das fahrtechnische Schwierigkeiten, unter anderem steile Anstiege und Abfahrten, zu bieten hat. Ein möglichst großer Erfahrungsschatz in unterschiedlichen Fahrsituationen ist ein enorm wichtiger Sicherheitsfaktor, vor allem wenn es auf ernsthafte Gebirgstouren geht. Die Möglichkeit, dies vor der Haustüre einüben zu können ist von unschätzbarem Wert. Eine zusätzliche Anfahrt z. B. in die „Fränkische“ belastet Umwelt und Zeitbudget erheblich – und führt letztlich nur zu einer Verlagerung der Probleme.

Erlanger Situation
Seit Jahresbeginn wurde das wohnortnahe Mountainbiken zum Thema bei den zuständigen Behörden. Durch (sachlich leider nicht immer korrekte) Berichte der Lokalpresse wurden auch breitere Bevölkerungsschichten auf die Problematik aufmerksam.
Wir haben durch den Kletter-Boom der 80er Jahren erhebliche Konflikte zwischen Naturschutz und Naturnutz erlebt und dabei erfahren dürfen, dass sich diese durch den guten Willen und die Kompromissbereitschaft der Beteiligten lösen lassen.
Der DAV Erlangen bemüht sich in Analogie zu den damals entwickelten Kletterkonzepten, die Diskussion zu versachlichen und Wege zu vergleichbaren und belastbaren Lösungen aufzuzeigen.
Gemeinsam mit der neugegründeten DIMB IG Erlangen, dem ADFC und dem Sportinstitut der Universität befinden wir uns mit den städtischen Behörden in einer bisher recht fruchtbaren Gesprächsrunde, die akzeptable Ergebnisse bzw. Kompromisse für den städtischen Teil des Meilwalds erhoffen lässt. Anders stellt sich die Situation im Landkreis Erlangen-Höchstadt dar. Die dort liegenden Gebiete des Meilwaldes und des Tennenloher Forstes sind momentan von erheblichen Einschränkungen betroffen. Zunächst geführte Gespräche mit den zuständigen Ämtern und Privatwaldbesitzern sind zu unserem Bedauern derzeit eingefroren – wir hoffen sehr auf eine Wiederaufnahme des Dialogs.
Eine tiefergehende und ausführliche Darlegung der aktuellen Situation finden Sie unter ig-mtb-erlangen.blogspot.de
Die oftmals angeführten Nutzerkonflikte zwischen Bikern und anderen Naturnutzern sind mir in über 20 Jahren intensiven Mountainbikens nicht untergekommen. Bei rücksichtsvoller Fahrweise ergaben sich fast immer freundliche Begegnungen in gegenseitigem Respekt. (Spielregeln siehe Flyer „Faszination Mountainbiken“, Alpinlehrplan 7 – Mountainbiken und DIMB Trail-Rules)
Ich wünsche uns allen viel Spaß und Erholung bei diesem schönen Natursport. In diesem Sinne – Open Trails (auch um Erlangen herum).

Euer Detlef Baehr

ADFC = Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. – www.adfc.de
DIMB = Deutsche Initiative Mountain Bike e.V. – www.dimb.de
Trail = schmaler Pfad, dessen Schwierigkeit nach einer sechsstufigen Skala klassifiziert ist (siehe www.singletrail-skala.de)

 
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