Lofer und seine Steinberge

Auf der Suche nach unserem Quartier haben fast alle Teilnehmer Lofer ausgiebig kennengelernt, bevor alle, leicht verspätet, im Haus „Panoramablick“ eintrafen. Rasch starteten wir unsere Nachmittagstour hoch zur Franzenshöhe mit herrlichem Blick über Lofer, eine eindrucksvolle Bergkulisse. Auf dem Salzburger Steig ging es unter Felsüberhängen um den Rauchenberg und über den „Wechsel“ hinab zur prächtigen Wallfahrerkirche in Maria Kirchental. Nach einer Kaffeerast brachte uns der Tiroler Steig hinunter zum Wiesenboden und zurück zum Quartier.

 

Am nächsten Morgen das Highlight: Die Prax-Eishöhle und der weitere Aufstieg zur Schmidt-Zabierow-Hütte standen auf dem Programm. In Maria Kichental stieß unsere Höhlenführerin Karoline zu uns.

Zunächst ging es auf teilweise schwierigem Terrain 700 Höhenmeter aufwärts. Einsetzender Regen machte den Weg nicht einfacher. Die Höhle liegt auf dem Weg zur Hütte, aber doch einige Hundert Meter abseits – ohne Führung kaum zu finden. Die Luftfeuchtigkeit und Schwüle waren heftig, bei allen floss der Schweiß. Am Eingang angekommen machten wir uns höhlenfertig. Warm angezogen (in der Höhle ist es knapp über Null Grad), mit Helmen und Stirnlampen ausgerüstet ging es hinein. Leichte Kletterei in der Höhle war angesagt – etwas kriechend manchmal, aber „Robben“ war dann doch nicht nötig. In der Eishöhle ist alles gut mit Seilen versichert, Eisenleitern helfen beim Auf und Ab. Enge Durchgänge wechseln sich ab mit größeren Räumen. Leider war witterungsbedingt das meiste Eis abgeschmolzen. Der Besuch war dennoch eindrucksvoll und für einige von uns die erste richtige Höhlenerfahrung. Fast zwei Stunden verbrachten wir unter der Erde.

Nach der Höhlenbegehung regnete es immer noch. Wir entschlossen uns, weiter dem Schärdinger Steig zu folgen: durchgängig anspruchsvoll mit vielen leichten Kletterstellen, jeder Tritt musste achtsam gesetzt werden, Schneefelder waren zu queren. Der Weg stieg ständig an. Eine Biwakschachtel nutzten wir zu einer kurzen Rast. Danach kam die Sonne heraus und zauberte schöne Wolkenstimmungen. Bis auf über 2000 m ging es hoch und dann im ständigen Auf und Ab (zusätzliche 500 Höhenmeter!) durch welliges Karstgelände. Um halb acht erreichten wir schließlich ziemlich erschöpft aber auch zufrieden mit unserer Leistung nach über 1500 Höhenmetern plus der Höhlenbegehung die Hütte.

Belohnt wurden wir mit einem guten abendlichen Menü. Die Hütte machte einen hervorragenden Eindruck. Wir fühlten uns pudelwohl, was der Hüttenwirtin Katharina und ihrem freundlichen Personal zu verdanken war. Unsere Note für die Schmidt-Zabierow-Hütte ist eine uneingeschränkte Eins. Diese Hütte ist den Aufstieg wert. Am nächsten Tag ging die Mehrheit der Gruppe auf dem offiziellen Hüttenweg übers Loferer Hochtal nach Lofer. Durch alle Vegetationsstufen mit vielfältiger Fauna und immer wieder grandiosen Blicken und „Trinkstellen“ mit frischem kalten Quellwasser. Aussichtsbänke luden zum „Fernsehen“ ein.

Drei Unermüdliche nutzten den Vormittag, um das Große Hinterhorn (2506 m) zu besteigen. Bei strahlend blauem Himmel mit einigen weißen Wolken war es ein Genuss weitere 600 Höhenmeter in die Loferer Steinberge zu steigen. Es war ein Traumanstieg mit herrlichen Blicken ins Tal, ins Alpenvorland und bis in die schneebedeckten Hohen Tauern. Dann begann natürlich der lange Abstieg. Mit einer kurzen Rast auf der Hütte ging es dabei immerhin satte 1800 Höhenmeter hinunter.

Dieser kurze Besuch der Loferer Steinberge wird allen positiv in Erinnerung bleiben: die Landschaft, die Natur, aber auch all der freundliche Service, den wir dort trafen.

Insgesamt haben wir in den zweieinhalb Tagen 2250 bzw. 2900 Höhenmeter überwunden.

Reiner Ehlers

 
zurück zur Liste