Querbeet auf Teneriffa

Eine von vielen Querbeetreisen des letzten Jahres führte uns nach Teneriffa.

 

Zu nächst ein paar Daten zur Insel: Die größ te der kanarischen Inseln gehört zu Spanien. Sie ist ungefähr 83 km lang und 53 km breit. Sie entstand – wie auch alle anderen Inseln – vor ca. 12 Millionen Jahren durch einen sog. „Hotspot“ des Erdmantels. Die geologisch ältesten Teile der Insel sind das Anagagebirge im Nordosten und das Tenogebirge im Nordwesten. Jüngeren Datums ist das Zentrum der Insel; in seiner Mitte liegt eine 12 mal 17 km große Caldera namens Los Canadas. Aus ihr erhebt sich Spaniens höchster Berg, der 3718 m hohe Pico del Teide.

Nach bewegten Zeiten und der daraus resultierenden Abhängigkeit vom spanischen Mutterland kam es schließlich nach dem Spanischen Bürgerkrieg sukzessive zu mehr Eigenständigkeit. 1946 wurde der Flughafen Nord und 1978 der Flughafen Süd errichtet. Mit ihm kamen Touristen, die mittlerweile einen großen Teil des Einkommens sichern.

1982 wurde der Inselverband zur autonomen Region ernannt, was bedeutet, dass sich die Kanaren weitgehend selbständig regieren und verwalten. Regierungssitz ist wechselweise in Santa Cruz (Teneriffa) oder Las Palmas (Gran Canaria).

Nun zu unserer Wandertour. Zwei Querbeetler, die seit Jahren ihr Winterdomizil Querbeet auf Teneriffa auf dieser schönen Insel haben, holten uns am späten Abend vom Flughafen ab und geleiteten uns zu unserer Unterkunft, dem Barcelo Varadero in Las Arenas. Gut gelaunt und bestens vorbereitet standen die beiden in den nächsten 14 Tagen jeden Morgen bereit, um uns die Insel zu zeigen. Dass dies mit einigen Höhenmetern verbunden war, versteht sich von selbst.

So erklommen wir etliche Gipfel, wie z. B. den Los Brezzos, den Sombrero de Chasua, den Guama, den Guajara und einige mehr. Wir durchstiegen Scharten, Mondlandschaften und Lorbeerwälder. Wir rasteten über dem „Auge Gottes“ und schauten in wilde Barrancos. Wir bewunderten Riesenkakteen, ausladende Wolfsmilchgewächse, die aussehen wie Kandelaber und viele, teilweise blühende Sukkulenten im XXL-Format.

Wir staunten über Drachenbäume und baumgroße Weihnachtssterne. Wir kamen sozusagen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein ganz besonderes Erlebnis war der Abstieg von Masca durch die Mascaschlucht zum Meer. Diese Tour mussten wir etliche Male verschieben, da starker Regen die Passierbarkeit erheblich erschwerte und zudem der Schiffsverkehr zur Abholung eingestellt war. So machten wir uns am vorletzten Tag auf, um über märchenhafte Lorbeer- und Erikawälder nach Masca und von dort in die Schlucht abzusteigen. Wasser, rutschige Partien und sagenhafte Aus- bzw. Aufblicke machten den Tag zu einem unvergessenen Wandertag.

Während der ersten Woche herrschten durchaus Badetemperaturen, in der zweiten Woche änderte sich das. Die Temperaturen waren für die Jahreszeit zu kühl, was sich beim Wandern jedoch keineswegs negativ auswirkte.

Lediglich unsere Organisatoren waren gefordert. So mussten sie einige Male unmittelbar vor unserem Aufbruch die Tour abändern, weil sich herausstellte, dass unser Wanderweg in den Wolken oder gar im Regen verschwunden war.

So wurde jeder Tag zu einem ganz besonderen!

Irmtraud Schmidt

 
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