Querbeet in Marokko

Fünfzehn Querbeetler zog es im Oktober in Richtung Nord-Afrika zum Trekking im Hohen Atlas und am Atlantik.

 

Hoher Atlas

Wir starteten in Marrakesch bei schweißtreibenden 30 Grad. Ein Minibus brachte uns zum immergrünen „Tal der Glücklichen“ (Ait Bouguemez), wo wir von unserer Begleitmannschaft mit den acht Mulis und Bergen von Gepäck empfangen wurden. Nach dem ersten Picknick hieß es: „Jalla“ – los geht’s.

Die ersten sieben Tage wanderten wir auf teilweise schmalen Pfaden in einer Höhe von 2300 bis 3500 Metern auf und ab. Das Wetter war durchwachsen. Die Temperaturen schwankten um den Gefrierpunkt und Sonnenschein wechselte sich mit Regen und teils leichtem Schneefall ab. Übernachtet haben wir in einfachen „Gîtes d’étapes“ und in Zelten.

Die Landschaft des Hohen Atlas ist unglaublich vielseitig, atemberaubend schön und definitiv die eine oder andere Unbequemlichkeit wert. Wir sahen außer den unglaublichen Felsformationen und -farben (rot, gelb, grün, schwarz) Frauen beim Wäsche waschen am Fluss, Nomaden auf ihren Mulis, Esel mit Riesenbündeln auf dem Rücken, Schafherden, Ziegenherden, Hirten, Behausungen aus Lehm – Biblische Bilder.

Einer der Höhepunkte war die Wanderung durch die M‘Goun Schlucht. Auch wenn bei den vielen Flussüberquerungen unzählige Blasen und Reibungsverluste an den Füßen zu verzeichnen waren, dürfte Querbeet in Marokko dieser Tag mit seinen einzigartigen Eindrücken in der Schlucht unvergesslich bleiben. Den M’Goun, einen Berg mit einer Höhe von 4071 m konnten wir leider nicht besteigen, da er bereits zugeschneit war. Im Tal der Rosen, unserem Ziel im Hohen Atlas, nahmen wir schweren Herzens Abschied von der Gebirgskette – und auch von unserer Begleitmannschaft, mit der wir neben den täglichen Etappen gemeinsame Abende am Feuer mit Singen und Tanzen verbrachten. Mit dem Minibus ging es über Marrakesch zurück zum Atlantik.

Am Atlantik

Am folgenden Morgen wurden fünf Dromedare beladen; nach einer fast zwölfstündigen Fahrt waren wir an einer Steilküste angekommen. Die Landschaft zeigte sich teils felsig, teils mit wüstenartigen Dünen und auch einer Oase. In gemütlichen Etappen wanderten wir drei Tage entlang der Steilküste oder am Strand – Wärme tanken, Entspannen, Baden und den Sonnenuntergang genießen stand hier groß auf dem Programm.

Städte

Unsere Aufenthalte in bunten, marokkanischen Städten rundeten unsere Reise mit lebhaften Eindrücken ab. In der Weltkulturerbe-Stadt Essaouira, einer traditionsreichen weiß-blauen Hafenstadt mit Medina, faszinierte uns besonders der Hafen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein schien. In Marrakesch, einer der faszinierendsten Städte der Erde, mussten wir uns leider von Ji, unserem berberischen Reiseleiter verabschieden, der uns mit seiner natürlichen Autorität, Fürsorglichkeit und seinem Interesse an Menschen und Kulturen gut und sicher durch sein Land geführt hat.

Wir durften eine fantastische Zeit miteinander verbringen mit vielen beeindruckenden Momenten, einer wunderbaren Gruppenzusammengehörigkeit und konnten so ein Gefühl für Marokko, seine Schönheit und Stärken entwickeln.

Zu Fuß unterwegs waren wir ca. 50 Stunden (reine Gehzeit) und legten über 130 Km sowie 3900 Hm auf und 4300 Hm ab zurück.

Weitere Bilder und Eindrücke finden Sie unter: www.querbeet-freizeit.de

Katharina von Essen

 
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