Informationen und Berichte aus dem Ehrenamt

Hier erfahren Sie unsere aktuellen "Stellenangebote", was einem das Ehrenamt bringt und warum wir als Verein auf Sie als Ehrenamtliche angewiesen sind.

 

Warum es ohne Dich nicht geht

Vereint statt vereinzelt

 

Gespräch zweier Menschen vor dem DAV-Stand beim Fernwehfestival in Erlangen:
„Ja, Servus, was machst denn Du hier?“„Na, ich bin im Alpenverein und wollte mal schauen, was die hier am Stand so zeigen.“
„Ach, bist Du auch beim DAV? Ich auch. Ich bin vor ein paar Jahren Mitglied geworden, weil ich mit dem Klettern angefangen habe. Für die Kletterhalle muss man ja Mitglied sein. Wie lange bist Du dabei?“
„Bestimmt schon 15 Jahre. Ich bin damals eingetreten, weil ich auf eine Bergtour wollte und man ja auf den Hütten besser ein Alpenvereinsmitglied ist. Aber sonst habe ich mit der Sektion eigentlich nichts zu tun.“

Zwei typische Mitglieder unserer Sektion? Oder eher nicht? Wir sind derer weit über 7500 und damit der größte Sportverein Erlangens. Da könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, dass wir eine riesige Schar von Mitgliedern haben, die in den Gruppen unserer Sektion oder im Vorstand aktiv sind. Ist aber nicht so. Die Anzahl von Mitgliedern, die sich in unseren Gruppen engagieren oder ehrenamtlich in einer Funktion tätig sind, ist leider doch recht überschaubar.

Reiner Dienstleister?
Woran liegt das, und warum ist das zum
Beispiel bei einem Fußballverein anders? Dort kommen viele Mitglieder schon als Kinder zum Verein und trainieren jahrelang in den Mannschaften, spielen am Wochenende gegen andere Clubs, gewinnen für „ihren“ Verein oder trauern, wenn der Verein absteigt. Sie verbindet oft eine enge Freundschaft mit ihren Mannschaftskameraden. So macht es dann auch Spaß, wenn man gemeinsam beim Aufbau des Sommerfestes mithilft – und mitfeiert. Der Verein ist hier ein Teil des Lebens.
Der DAV – in Form einer Sektion – wird aber oft nur als Dienstleister angesehen: Wir haben ein Hüttennetz, es gibt die alpine Versicherung für Mitglieder, wir haben eine Kletterhalle, eine Hütte, die Bücherei versorgt jeden mit der notwendigen Literatur und Karten, bei den zahlreichen Ausbildungskursen gibt es auch noch das notwendige Material dazu. Es lohnt sich also, Mitglied zu werden, weil man dadurch Vorteile erwirbt. Fast wie die Mitgliedschaft in einem Fitness-Center – despektierlich reden daher manche sogar vom „ADAC der Berge“. Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zum Fitness-Anbieter: Wir machen keinen Gewinn, und wir leben von den Ideen und dem Engagement unserer Mitglieder. Jede einzelne Sektion auf ihre Art.
Es ist natürlich auch das Ziel unserer Sektion, den Menschen die Infrastruktur (Kletterhalle, Hütte, alpine Wege etc.) anzubieten, die sie für den Bergsport suchen. Aber wir sind eben noch viel mehr als nur ein Dienstleister. Der Verein bietet zwar eine gut sortierte Plattform für die Verbindung von Gleichgesinnten. Mit vielseitigem Leben füllen müssen sie die Mitglieder jedoch selbst – dann erst wird es ein Verein, und das ist unser vornehmliches Ziel.

Neue Gruppen – neue Gesichter
Vielleicht hat sich das ein oder andere Mitglied einmal gefragt, warum es in der Sektion keine Gruppe für – zum Beispiel – Mountainbike als Wettkampfsport gibt. Oder eine Trainingsgruppe für Berg- und Hindernisläufe oder für Orientierungslauf. In der Tat stellt unser Verein einen prima Rahmen für solche Gruppen dar, und sie können auch sehr schnell gegründet werden, wenn Mitglieder die Idee melden und voranbringen möchten. Eine Gruppengründung ist ja nicht nur für die (potenziellen) Interessenten, sondern auch für die Sektion eine Bereicherung – schließlich lebt sie vom Mitmachen. Es ist ein deutlicher Gewinn für den Verein, wenn in ihm mehr Sport getrieben wird, wenn Mitglieder gemeinsam trainieren und auf Wettkämpfe fahren, und wenn dadurch Kinder und Jugendliche an den Berg- und „Draußen“-Sport herangeführt werden.
Neben neuen Sportgruppen begrüßt die Sektion auch die Gründung von allgemeiner ausgerichteten Gruppen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer neuen Outdooroder Querbeetgruppe für Jüngere, die eine bunte Mischung von Outdooraktivitäten unternimmt?
Oder eine eigene Natur- und Umweltgruppe: Das Interesse und Verständnis für Naturschutz und Umweltbildung ist noch viel zu wenig ausgeprägt. Unser Naturschutzreferent kann die vielfältigen Aufgaben, die sich hier vor Ort und in den Bergen ergeben, nicht alleine bewältigen.
Es gibt Sektionen, die haben tatsächlich ihren eigenen Chor. Oder vielleicht gibt es auch ganz engagierte und couragierte Mitglieder, die nahe des Kletterzentrums einen gemeinsamen Treffpunkt für Jung und Alt in einer gastronomisch ausgestatteten Lokalität entwickeln?
Zu allen erdenklichen Ideen können Interessierte sich jederzeit beim Vorstand oder in der Geschäftsstelle melden, und diese sorgt dann für die Vernetzung Gleichgesinnter.

Was krieg ich‘n dafür?
Letztendlich kann jede/r den Verein aktiv gestalten. Und jede/r trägt durch diesen Einsatz seinen persönlichen Gewinn davon, wenn er auch nicht in Euro messbar ist. Denn eine Tendenz, die leider in der heutigen Zeit immer weiter um sich greift, ist die ganz konkrete Frage nach dem monetären Gewinn. Keiner der Vorstände, Beiräte oder Gruppenleiter erhält auch nur einen Cent einer – rechtlich sogar durchaus möglichen – Aufwandsentschädigung für sein Ehrenamt. Dieses Amt hat man für die Ehre inne, und es ist eine gute Gelegenheit, sich sozial in unsere Gesellschaft für ein aktives Miteinander einzubringen.
Wir sind ein großer, aber kein zu großer Verein. Wir sind in Vorstand, Beirat und Geschäftsstelle stets offen für die Ideen (und nicht nur immer für die Kritik...) je des einzelnen Mitglieds, das ein Miteinander im Verein voranbringt. Denn: Vereint macht’s einfach mehr Spaß als ver einzelt!

August 2013, Marco Breiling (Leiter Familiengruppe) und Stefan Rieger

 
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