Weiloisirgendwiazamhängt

„Berge. Umwelt. Zukunft.“ Unter diesem Titel hat der Deutsche Alpenverein die Naturschutzreferenten zur Naturschutztagung vom 14. bis 16.10.16 in Grassau am Chiemsee eingeladen. Rund 120 Teilnehmer besuchten die Vorträge, Exkursionen und Workshops.

 

Inhaltliche Schwerpunkte waren die Zukunft des Alpentourismus und der alpinen Raumordnung angesichts der Herausforderungen:
• Klimawandel
• Erschließungsdruck in allen Alpenländern
• Demographischer Wandel
• Anspruchsvielfalt der Nutzer
• Kommunikation in Bergsport und Naturschutz

Für den Schutz, die Bewahrung des Alpenraums, bestehen viele Ansätze. Sie reichen von internationalen Verträgen wie der Alpenkonvention der Anrainerstaaten über die Zonenkonzeption des bayerischen Alpenplans bis hin zu regionalen Projekten einzelner Kommunen. Ziel ist die verträgliche, nachhaltige (touristische) Nutzung.

Vertreter der Alpenvereine aus Österreich, Südtirol, der Schweiz und Deutschland stellten divergierende Entwicklungen vor. Die Förderung weiterer skiindustrieller Konglomerate v. a. in Südtirol und in Österreich und andererseits die Erweiterungen von (Wild-)Schutzgebieten mit Rücknahme von Wegen in der Schweiz. Auch in Bayern bestehen Pläne der Staats regierung am Riedberger Horn zugunsten des Skitourismus.

Ein Fazit aus diesen Erfahrungen ist, der Alpenverein habe die Pflicht und Aufgabe auch „nein“ zu sagen. Ein Beispiel ist die DAV-Resolution zur Bewahrung des Alpenplans. Die Aufweichung der Zone C des Alpenplans (Teil des Landesentwicklungsprogrammes Bayern) am Riedberger Horn für den Skitourismus durch die Bayerische Staatsregierung wird als Gefahr gesehen.
Der Einführungsvortrag von Prof. Job zum Thema Naturtourismus sprach auch die zunehmende Differenzierung an, die Vielfalt der Interessenslagen unter dem Label Bergsport. Jeder möchte „individuell“ die Berge erfahren und trifft doch auf den Massentourismus. Mit dem demographischen Wandel steigen die Erwartungen an „barrierefreie Wege“, an Komfortzonen. Im Nationalpark Berchtesgaden nimmt der Anteil der Wanderer und Familien zu, die gemütlicher gehen wollen. Auf der anderen Seite steht der Wunsch von Mountainbikern und Trailrunnern nach singulären Erfahrungen auf den „single trails“. Konflikte mit anderen Nutzern, mit dem Artenschutz erfordern ein Nachdenken über verträgliches Verhalten am Berg und die Vermittlung von Lenkungsmaßnahmen.

In vier Foren wurden auf der Tagung dann die Themen „Klimaschutz und Bergsport“, „Bergsport und Umwelt, Zugangsregelungen“, „Bergsteigerdörfer“ und „Bildungskonzeption des DAV“ vertieft. In Impulsreferaten wurden Ansätze vorgestellt die zur Bewältigung von Nutzungskonflikten dienen sollen. Der Schwerpunkt lag hier bei regionalen Projekten auf kommunaler Ebene und auf Konzepten der Alpenvereine. Die Foren endeten mit Vorschlägen für die Umsetzung auf Sektionsebene und auf Ebene des Dachverbandes DAV.

Auf der Homepage des Dachverbandes sind diese Ergebnisse nachlesbar.

Als Ansätze wurden u. a. folgende Projekte vorgestellt:
• Ökomodell Achental e. V.
• Besucherlenkung am Geigelstein, Chiemgauer Alpen
• Bergsteigerdorf Ramsau

Fazit: „Weiloisirgendwiazamhängt“ sind diese Tagungen eine gute Gelegenheit über den Tellerrand zu schauen, Naturschutzreferenten der Regionen kennenzulernen und auch Ideen für die eigene Sektion zu generieren.

Susanne Malik, Naturschutzreferentin

 
zurück zur Liste