Geologie. Geschichte. Geophyten

Frühjahrsexkursion am Burgberg

 

Am 1. April 2017 trafen sich bei bestem Frühlingswetter über 20 Interessierte am Entlaskeller zu einem Rundgang über den Erlanger Burgberg. Die Idee war, hier am „bekanntesten“ Erlanger Berg Neues zu entdecken und die wechselnden Nutzungen als Steinbruch, Garten, Wald und Biergarten kennenzulernen.

Der Burgberg hat ab dem 17. Jahrhundert wiederholt als Steinbruch gedient. Nachgewiesen sind bis zu 31 Aufschlüsse – Baumaterial für markante Sandsteingebäude der Stadt. Auch wurde der feste Sandstein zum Bau von Burgen, Wehranlagen und -kirchen in der Umgebung verwendet. Daher die Namensgebung: Burgsandstein vom Berg, kurz vom Burgberg. Eine Ansicht des Burgbergtunnels von 1881 zeigt eine karge, bewegte, wenig bewachsene Landschaft. Abraum, Verfüllung, Aufschlüsse und die Anlage des Burgbergtunnels haben den Berg geformt. Kein Vergleich mit dem heutigen dichten Laubwald! Aufschlüsse ehemaliger Steinbrüche mit den Spuren der Handwerker gibt es noch.

Die Gärten und Obstgärten waren Teil der sonnigen Süd- und Westseite. Oberhalb des Kanaldenkmals wurde im 19. Jahrhundert in einem Steinbruch der Schunk’sche Garten angelegt. Brunnenanlagen bzw. Quellfassung, Torpfeiler und ein zweigeschossiges Gartenhaus sind noch vorhanden. Heute überwiegend mit Bäumen überwachsen, dient der Garten als Lager für abgebaute Kunstwerke.

Im Frühjahr ist der Burgberg ein Blütenmeer aus weiß, gelb und violett. Geophyten wie das Buschwindröschen und der Lerchensporn nutzen Licht und Wärme bevor der Laubaustrieb der Bäume ihnen beides nimmt.

Abschluss fand die Veranstaltung am Entlaskeller bei einem ersten Bier im Sonnenschein. Bierkeller – auch Teil der Geologie und Geschichte. Und ein paar Frühlingsblüher stehen auch am Rand.

Also auf, hoch zur Bank auf dem Schneckla oder zu den Kirchnerfiguren, es lohnt sich!

Susanne Malik

 
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