Die Wettkampfsaison für Parakletterin Jule Breuning ging mit einem Erfolg zu Ende: Beim Internationalen Paraclimbing Master in Arco, der mit Qualifikation und Finale vom 26. bis 27.09 stattfand, holte sie sich zum zweiten Mal in dieser Saison einen Treppchenplatz!

Positive Überraschung in den Qualirouten

Jules Startklasse (RP1 weiblich) umfasste vier Starterinnen, von denen sie keine kannte. „Sie waren alle aus Italien und ich hatte zuvor noch keinen Kontakt  mit ihnen gehabt.“ Entsprechend groß war die Aufregung – auch weil ein so großer Wettkampf zudem bedeutet, viele Freunde wiederzusehen.

Konzentriert und fokussiert: Jule an der Wand. Foto: Jörg Breuning

Konzentriert und fokussiert: Jule an der Wand.

Mit den Qualitouren war Jule durchaus zufrieden. Die erste war zwar wieder einmal an der Speedwand geschraubt, doch im Vergleich zum Wettkampf in Brünn im August, kam sie diesmal besser mit der Neigung zurecht, da der Start durch ein großen Volumen etwas leichter gemacht wurde. „Da ich meine italienischen Mitstreiterinnen noch nicht kannte, war es spannend, wie diese kletterten. Ich sah, dass ich zumindest gegen eine Mitstreiterin eine realistische Chance hatte!“

Jules Mut sank zunächst, als sie die zweite Qualifikationsroute besichtigte: Wie sollte sie mit ihrer Einschränkung die riesigen Griffe und Tritte bewältigen? „Aufgrund meiner fehlenden Rumpfmuskulatur fehlt mir die Spannung im Rumpf, was mich zu einem wandelnden Dreieck an der Wand macht.“

Energie überträgt sich

Überraschenderweise schaffte sie es dann doch ganz gut, die großen Griffe zu halten und fand eine Strategie, um ihre Füße um die großen Tritte herum zu positionieren, sodass sie sich trotzdem hochdrücken konnte. „Das laute Anfeuern meiner Teamkollegen, Freunde und Mitstreiterinnen trieb mich regelrecht die Wand hoch, so dass ich auf dem 3. Platz ins Finale einzog.“

Der Samstag startete zeitig, bereits um 8 Uhr ging es in die Iso.

Bei der Routenbesichtigung sah Jule zunächst keinen Ansatz, wie sie Einstieg lösen sollte, da die Route von Beginn an stark überhängend war. „Ich entschied mich, das ganz spontan zu machen.“

Tolle Atmosphäre und super Organisation

Enorm viel Kraft schöpfte Jule aus dem wiederum lautstarken Anfeuern des Publikums – noch bevor sie den ersten Zug gemacht hatte. Sie fand tatsächlich eine Lösung für den Einstieg, scheiterte dann aber am heftigen Überhang. „Dennoch bin ich mit meiner Performance wirklich happy.“ Kein Wunder: Eine Bronzemedaille in der internationalen Wertung kann sich sehen lassen!

Somit blickt Jule auf ein ereignis- und lehrreiches Wettkampfjahr voller neuer Begegnungen und Erfahrungen zurück und ist gespannt, welche Wettkämpfe nächstes Jahr auf sie zukommen werden.

Text: Karina Brock / DAV Erlangen
Fotos: Jörg Breuning, outThere Collective/italiaclimbing