Am 3. September 2025 ging es für die Höhlengruppe in die Moggasterhöhle – ein echtes Abenteuer für alle, die Bewegung, Natur und Wissenschaft lieben! Ziel war es, die Höhle genauer zu erkunden und herauszufinden, wo Messgeräte für ein Langzeitprojekt platziert werden können. „Mit diesen Geräten wollen wir über viele Monate hinweg Temperatur, Luft und Wasserqualität messen – um besser zu verstehen, was in der Tiefe passiert“, so Gruppenleiter Stefan Uhl. Das helfe nicht nur der Forschung, sondern auch dem Schutz dieser faszinierenden unterirdischen Welt.

Mit dabei waren: Stefan und Jutta Uhl, Thomas Kohler, Iza Swierzy, Jasmin Krauß, Michael Chowanetz und Christof Gropp.

Technik-Check vor dem Einstieg

Bevor es losging, wurde dasWasser-Messgerät nochmal kalibriert – damit später alles zuverlässig funktioniert. Dann teilte sich die Gruppe auf:

Gruppe 1 baute eine alte Strickleiter aus, die als Kletterhilfe zwischen zwei Höhlenbereichen diente. Sie war ursprünglich für eine große Höhlenforschertagung eingebaut worden, wurde aber inzwischen durch einen einfacheren Zugang ersetzt.

Gruppe 2 machte sich auf die Suche nach Wasserstellen im „alten Teil“ der Höhle. „Dort führten wir erste Tests durch, um herauszufinden, wo sich unsere Messgeräte am besten platzieren lassen.“

Wasseranalysen – Was verrät uns das Höhlenwasser?

Iza misst pH-Wert, Leitfähigkeit und Sauerstoff im Wasser der Moggasterhöhle. Foto: S. Uhl

Iza misst pH-Wert, Leitfähigkeit und Sauerstoff im Wasser der Moggasterhöhle. Foto: S. Uhl

Mit einem professionellen Messgerät (PDH1 von PCE), das der Höhlengruppe von der Universität Hamburg empfohlen wurde, wurden Wasserproben aus Sinterbecken und Sinterfahnen untersucht. Iza führte die Messungen mit ihrer beruflichen Erfahrung in der Wasseranalyse durch.

Gemessen wurden:

  • pH-Wert: Zeigt, ob das Wasser sauer, neutral oder basisch ist. In Karsthöhlen liegt der Wert meist zwischen 7 und 8,5.
  • Leitfähigkeit: Gibt an, wie viele Mineralien im Wasser gelöst sind – ein Hinweis auf die „Reise“ des Wassers durch das Gestein.
  • Sauerstoffgehalt: Der gelöste Sauerstoff im Wasser ist ein wichtiger Indikator für biologische Aktivität. Mikroorganismen und chemische Prozesse verbrauchen Sauerstoff – niedrige Werte können auf starke biologische Prozesse oder stagnierendes Wasser hinweisen.

Warum ist das wichtig?

  • Wir erkennen, ob sich das Wasser durch äußere Einflüsse wie Landwirtschaft oder Klimawandel verändert.
  • Mikroorganismen beeinflussen die Wasserwerte – so können wir biologische Prozesse sichtbar machen.
  • Die Daten helfen, die Höhle langfristig zu schützen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

CO₂-Messungen – Wie „atmet“ die Höhle?

An fünf strategischen Punkten – vom Eingang bis zur tiefsten Halle – hat die Gruppe dann die Kohlendioxid-Konzentration gemessen. Diese Werte zeigen, wie gut die Luft zirkuliert und ob biologische Prozesse aktiv sind.

Messpunkte:

  1. Vor dem Eingang – als Vergleich zur Außenluft
  2. Direkt hinter dem verschlossenen Tor – hier verändert sich die Luftqualität
  3. In der ersten großen Halle – Beginn des offenen Höhlenraums
  4. Am Leiterabstieg – mittig im „Alten Höhlenteil“
  5. In der Inschriftenhalle – tiefster Punkt, kaum Einfluss von außen

Was bringt das?

  • Wir erkennen, wie sich Luft in der Höhle bewegt.
  • CO₂-Werte zeigen, ob z.B. Mikroorganismen aktiv sind.
  • Die Messungen helfen, das Höhlenklima besser zu verstehen.

Temperaturmessungen – Wie stabil ist das Klima unter Tage?

Mit einem präzisen Handgerät wurde schließlich die Temperatur von Wasser, Fels und Luft gemessen. Temperatur beeinflusst viele Prozesse – von der Wasserchemie bis zum Leben der Höhlentiere.

Warum ist das wichtig?

  • Temperatur beeinflusst pH-Wert und Leitfähigkeit – ohne sie wären Wasseranalysen schwer zu interpretieren.
  • Höhlen sind normalerweise stabile Umweltsysteme. Temperaturmessungen zeigen, ob sich etwas verändert.
  • Langzeitmessungen zeigen saisonale Schwankungen, z. B. durch Regen oder Schneeschmelze.
Michael installiert den Temperaturlogger beim „Leiterabstieg“ in der Moggasterhöhle. Foto: S. Uhl

Michael installiert einen Temperaturlogger.

Langzeit-Temperaturlogger – Ein Jahr voller Daten

Am Ende wurden fünf wasserdichte Datenlogger installiert, die über ein Jahr hinweg die Raumtemperatur messen – an verschiedenen Stellen im „alten“ und „neuen“ Teil der Höhle. Die Sensoren wurden so angebracht, dass sie möglichst unverfälschte Werte liefern – fernab von Wänden oder Störquellen.

Ziel: Ein ganzjähriges Temperaturprofil, das hilft, das Mikroklima der Höhle zu verstehen und mit anderen Höhlen zu vergleichen.

Was kommt als Nächstes?

Diese Tour war der Startschuss für ein umfassendes Umwelt-Monitoring in der Moggasterhöhle. Die gesammelten Daten sollen zeigen, wie sich das Höhlenklima entwickelt und ob äußere Einflüsse wie das Wetter Spuren hinterlässt.

Für alle, die Höhlen lieben:
Dieses Projekt verbindet Abenteuer mit Forschung – und zeigt, wie spannend es sein kann, die Geheimnisse unter der Erde zu lüften.

Text und Fotos: Stefan Uhl