Wenn man denkt, man kennt schon alles – Wald, Wiese, WLAN – dann kommt die Schönsteinhöhle und belehrt einen eines Besseren. Drei Stunden lang ging es mit der besten Höhlen-Crew seit den Flintstones unter die Erde: Tour Guide Stefan, der Indiana Jones des Karstgebiets, und Jutta, die gute Seele der Tropfsteinwelt, führten eine wagemutige Truppe aus großen Entdeckern und kleinen Höhlenhelden durch das unterirdische Labyrinth.

DAV Lauf unterwegs mit dem DAV Erlangen

Es war ein Sonntagmorgen im Juli, als sich die angereisten Expeditionisten auf einem Wanderparkplatz in die Overalls zwängten. Unter der fachkundigen Leitung von Stefan und Jutta, unseren erfahrenen Höhlenführern von der DAV Sektion Erlangen, starteten acht aufgeregte Kinder und sechs noch aufgeregtere Erwachsene in ein unterirdisches Abenteuer.

Taschenlampen an, Helme auf, und los ging’s. „Der Einstieg ist die schwierigste Kletter-Passage“, scherzte Stefan – ob das ernst gemeint war, ließ er offen.

Enge Gänge, glitschige Steine, Tropfsteine: Stefan erzählte spannende Geschichten über Fledermäuse, Höhlenbären (die wahrscheinlich schon lange weg sind) und verborgene Tunnel und Spalten, welche die DAV Erlangen Höhlengruppe teilweise mühselig in Handarbeit freilegt.

Gummibärchenpause unter Tropfsteinen

Nach etwa der Hälfte der Tour kam ein absolutes Highlight für die kleinen Höhlenforscher: Die Gummibärchenpause. In einer kleinen, von Naturhand geschnitzten Kammer wurde Rast gemacht. Kinder und Erwachsene saßen auf Felsen, schauten ehrfürchtig auf Stalagmiten und kauten selig auf den Gummibärchen herum, als wären sie der Proviant einer Expedition zum Mittelpunkt der Erde.

Weiter ging es durch ein Labyrinth aus engen Spalten und „menschen-glatten“ Kletterpassagen. Spätestens jetzt wurde klar, dass Stefans Spruch am Eingang doch nur ein Scherz war. Die größte klaustrophobische Herausforderung hatte er sich allerdings bis kurz vor Schluss aufgehoben. Wir saßen vor einem schmalen dreieckförmigen Tunnel, dessen Ende sich nur erahnen ließ. Warum die Stelle als „Sprengschacht“ bezeichnet wird, wollte er uns aber erst später verraten.

Dreckig und glücklich

Zurück am Tageslicht – geblendet, aber glücklich und beeindruckt – schälten wir uns aus den dreckverschmierten Overalls, und machten uns auf den Weg in die nächstgelegene Ortschaft. Dort angekommen wurde die mitgebrachte Brotzeit ausgepackt, dass sich der Tisch durchbog. Bei Wurst, Käse, Gurken und noch mehr Gummibärchen, verriet uns Stefan auch, was es mit dem „Sprengschacht“ auf sich hat: Dort war vor einigen Jahren eine etwas korpulente Person so stecken geblieben, dass diese narkotisiert und freigesprengt werden musste. Hätten wir das vorher gewusst, wer weiß wie unsere Tour dann verlaufen wäre…

Fazit: Drei Stunden unter der Erde – unvergesslich. Stefan und Jutta? Unsere Höhlen-Held*innen mit Herz.

Dreckig, beeindruckt, glücklich: Die Gruppe des DAV Lauf nach der Höhlentour mit dem DAV Erlangen. Foto: S. Uhl

Text: Frank Herzog / DAV Lauf
Fotos: Frank Herzog, Stefan Uhl