Mitten im Sommer bereisten die Friends & Bolts die Schmidt-Zabierow-Hütte in den Loferer Steinbergen. Im Fokus standen gut abgesicherte, spannende Mehrseillängen sowie eine schöne gemeinsame Zeit auf der Hütte. Ein Tagebuch.
Tag 1: Freitag

Urig und toll gelegen: Die Schmidt-Zabierow-Hütte.
Heute geht es los. Mehrseillängen klettern, endlich mal wieder, ob wir das überhaupt noch können?
Ich hatte mich sehr auf die Ausfahrt gefreut, seit Lena und Jakob von den Loferer Steinbergen schwärmen, kann ich das Wochenende kaum erwarten: Genussmäßig abgesicherte Touren, alle Schwierigkeitsgrade, kurze Zustiege von der Hütte und ungewöhnliche Felsformationen, dazu noch eine echte Hütte mit Charakter, ohne fließend Wasser aber mit toller Atmosphäre.
Wollen wir mal sehen, ob die Versprechen eingehalten werden.
Bei der Hütte benötigen wir dann erst mal eine Belohnung in Form von Kaffee und Kuchen, bevor wir den ersten Tag dann noch gleich nutzen, um eine kurze Tour direkt vor der Hütte zu machen. „Überholspur“ heißt die Auserwählte – mit gutem Blick auf den Hüttenzustieg, so dass wir die Ankunft der restlichen Crew-Mitglieder beobachten können.
Jetzt sind wir zu siebt und alle haben trotz des langen Aufstiegs gute Laune. Nur ein bisschen besorgt sind wir, als es abends zu gewittern anfängt. Wir bangen um unsere zwei letzten Mitstreiter, die erst am Nachmittag in Franken aufbrechen konnten und nun noch beim Aufstieg sind.

Die Hüttenabende waren lustig und gesellig.
Gott Sei Dank geht alles gut und wir können das Abendessen auf der Hütte gemeinsam genießen: Sieben trocken, zwei durchnässt – immer noch eine gute Quote.
Tag 2: Samstag
Der erste Tag ist von Unsicherheit gezeichnet. Je nach Wettermodell ist gegen Mittag oder Nachmittag Regen angesagt, was die Tourenauswahl besonders herausfordernd macht. Wir haben aber alle Projekte für diesen Tag gefunden und uns in Kleingruppen sortiert.
Was auch immer die klügsten Entscheidungen waren – wenige sehr schwere Seillängen, viele leichte oder mittellange mittlere – am Ende kommen wir alle zur ähnlichen Zeit wieder am Ausgangspunkt Hütte an. Um 14 Uhr – ohne Regen. Viel Zeit also, um noch ein kaltes Getränk auf der Terrasse zu trinken und uns gegenseitig von unseren Abenteuern zu erzählen. Das Tagesfazit: ab dem 6. Grad ist technisch klettern angesagt, trotz guter Absicherung hätten ein paar mehr Friends an der einen oder anderen Stelle nicht geschadet und Routenfinden will gelernt sein.
Am Abend kommt dann noch der erwartete Regen und damit die Chance auf eine Dusche unter der Regenrinne.
Tag 3: Sonntag

Antonia klettert „Pipifax“.
Heute keine Gewitterwarnung, also Zeit für etwas Großes. Die Routen, die man sich im Vornhinein schon ausgesucht hat, können heute angegangen werden. Lustigerweise hört man in der Hütte von allen Gruppen immer wieder dieselben Namen, es gibt also doch ein paar ganz beliebte Touren, für die es sich lohnt, am Morgen nicht allzu sehr zu trödeln, um nicht Schlange stehen zu müssen. Am Ende aber überraschend wenig los, so dass man in den meisten Routen wirklich alleine ist.
Ich klettere heute mit Lena den „Altherrensommer“ (5+ A0, 7SL), Einstieg über „Pipifax“ (3+, 6SL) – da sollte nichts schief gehen, schließlich haben wir uns gestern schwierigkeitsgradmäßig eingenordet. Wir sind trotzdem ganz schön nervös, aber klettern schnell und in schönem Überschlag die insgesamt 13 Seillängen bis oben. Fußschmerzen, sehr viel Sonne und etwas Dehydrierung halten uns auch nicht auf.
In der Hütte sind wir uns am Nachmittag alle einig: Morgen brauchen wir weniger Sonne.
Tag 4: Montag
Die Muskeln sind müde, die Füße schmerzen und die Sonne will heute gemieden werden. Das ist die Ausgangssituation an Tag 4. Besonderer Beliebtheit erfreut sich eine Route Namens „Hitzefrei“. Dort wollen heute alle einsteigen, da die Tour nicht den ganzen Tag in der Sonne verläuft. Auch dieser Tag wird erfolgreich beendet, so dass es nach einer weiteren Nacht wieder zurück ins schöne Franken gehen kann.
Fazit
Wir hatten eine tolle Zeit mit vielen Erfahrungen und einem schönen Gemeinschaftsgefühl. Dieses wurde vor allem durch gemeinsames Regenrinnenduschen gestärkt sowie durch die Einigkeit darüber, dass es einfach nur paradox ist, dass Markus wirklich jedes Flip7-Spiel gewonnen hat.
Vielen Dank Euch allen für die Zeit. Ich würde sagen, die Versprechen wurden eingehalten und ich freue mich auf die nächsten Aktionen.
Info: Schmidt-Zabierow Hütte
Die Schmidt-Zabierow Hütte ist eine Hütte in den Loferer Steinbergen auf 1966m im Salzburger Pinzgau. Sie ist die einzige bewirtschaftete Hütte in den Loferer Steinbergen und relativ abgelegen. Da keine Seilbahnen oder Straßen vorhanden sind, wird die Hütte komplett per Hubschrauber oder von Helfern zu Fuß versorgt. Fließendes Wasser oder Strom sind nicht vorhanden. Die Verköstigung ist trotzdem ausgesprochen gut, die abgetrennten Schlafbereiche schön gemacht und beliebt ist die Hütte auch. Insgesamt ein toller Ausgangspunkt für dieses Gebiet.

Text: Antonia Gerschütz
Fotos: Jakob Walter (2), Markus Weinert, Magdalena Kichmeier









