Am 13. Juli richtete die DAV Sektion Neu-Ulm zwei von drei der höchstrangigen Süddeutschen Wettkämpfe aus. Einige der besten Kletternden und Speed-Laufenden Deutschlands gingen in der bayerischen Grenzstadt an den Start.
Aus dem Erlanger Wettkampfkletterteam starteten zwei Damen und vier Herren bei der Süddeutschen Meisterschaft Lead: Katharina Plewa und Justus Jäger aus der A-Jugend sowie Victoria Bittorf, Kurt Hammer, Moritz Perwitzschky und Moritz Welt. Alle sechs traten im Leadklettern an, die Speed-Wettkämpfe ging ohne Erlanger Beteiligung über die Bühne.
Wetter bringt harte Routen hervor
Die Lead Qualifikation hatte den Schraubern eine besonders schwere Aufgabe gestellt: In den Tagen zuvor und auch noch am frühen Freitagabend herrschte schwülheißes Hochsommerwetter. Eine heftige Gewitterfront zog am Freitagabend über Neu-Ulm und sorgte für starke Abkühlung.
Die Schrauber hatten freilich den Wetterbericht in ihren Routenbau eingerechnet, denn bekanntlich wird der Grip bei tieferen Temperaturen besser. Vorsichtshalber zauberten sie schwere Bretter an die Wände der DAV-Kletterhalle Neu-Ulm. Vielleicht stellenweise zu hart, fielen vergleichsweise viele Teilnehmende schon im unteren Feld und nur bei den Herren gab es in einer Route zwei Qualitops.
Zudem fielen enorm viele Teilnehmende in der Quali immer an derselben Stelle aus den Routen, was kuriose Platzierungen zur Folge hatte…
Starkes Feld bei Damen und Herren
In der ersten Qualifikation erreichten beide Erlangerinnen Platz 9 – mit ganzen 23 weiteren Starterinnen, die die Route alle punktgleich abschlossen, sprich: alle beim selben Zug stürzten.
Auch bei der zweiten Qualiroute lag das obere Mittelfeld nahe beieinander: Katha erkletterte sich einen von zwölf 10. Plätzen, Vici landete mit drei weiteren Damen auf Platz 28. In der Gesamtwertung hat diese gute Leistung – es kletterten 42 Damen um den Titel – leider selbst bei Katharina nicht fürs Finale gereicht. Sie erreichte am Ende Platz 13 – als eine von zehn Starterinnen. Victoria musste sich mit Platz 27 zufrieden geben.
Bei den Herren lief es noch besser
In der 1. Qualiroute erreichten drei der vier Erlanger die Top-Ten: Moritz Welt kletterte auf den 1. Platz, Justus Jäger auf Platz 5, gemeinsam mit Moritz Perwitzschky und drei weiteren Athleten. Kurt Hammer erkämpfte sich immerhin noch einen hervorragenden Platz 14.

Moritz Perwitzschky in der Finalroute. Foto: M. Kroha
In der zweiten Qualifikation erreichte Moritz Welt Platz 1 und sein Namensvetter Platz 3.
Kurt konnte hier punkten und zog mit Platz 9 an Teamkollege Justus vorbei, der größere Probleme hatte und nur den 17. Platz belegte. Damit war er aber bei weitem nicht alleine. Denn wie bei den Damen konnte sich das Mittelfeld nicht sehr differenzieren: Insgesamt gab es sage und schreibe 26 17. Plätze…
„Aus meiner Sicht, war diese Route schon etwas zu hart geschraubt – sie hat ja auch kaum aussortiert“, meinte Justus im Nachgang. Er ist demnach auch nicht so richtig zufrieden mit sich. „Ich war zwar von der Jugend am weitesten vorne, kam aber wegen eines taktischen Fehlers nicht ins Finale.“
Perwitzschky punktet – Welt unzufrieden
Im Finale standen somit „nur“ die beiden „Moritze“ – wo sich Moritz Perwitzschky auf einen sagenhaften Platz 3 verbesserte!
Gleich zu Anfang erreichte Dominik Bösch – der Konkurrent von der DAV Sektion Allgäu-Kempten – eine fulminante Höhe im oberen Drittel der großen Wettkampfwand. Keinem der folgenden Finalisten gelang es, bis zum letzten Pluszug (Anspringen des höchsten, erreichbaren Griffs vor dem Fall) von Dominik durchzuhalten. Michael Ullrich (DAV-Sektion Memmingen) lag zum Schluss, wie Moritz Perwitzschky (DAV-Sektion Erlangen) nur einen halben Punkt hinter Dominik. Die beiden trennte lediglich das Vorrundenergebnis, das Michael Ullrich den Süddeutschen Vizemeistertitel sicherte.
Moritz Welt konnte sein Können nicht mehr an die Wand bringen. „Ich habe leider die Route ein bisschen falsch gelesen und bin sehr unglücklich zu früh gefallen. Eigentlich hab ich mich – vor allem in der Quali – sehr stark gefühlt und hätte gern besser gezeigt, was ich drauf habe.“
Nach seinem Sturz lag er dann eigentlich auf Platz 8 – jedoch gab es am Ende noch einen Einspruch, da „ich anscheinend auf eine Expresse gestiegen sein soll…“. Aus diesem Grund rutschte er auch noch auf Platz 10.
„Ich hoffe, es hat für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft gereicht und ich bekomme dort meine Revanche!“
In der Gesamtwertung lag Moritz damit direkt vor Kurt (Platz 11) und Justus (Platz 12) – bei 51 Startern auf süddeutscher Ebene dennoch Ergebnisse, die sich sehen lassen können!
Text: Nils Schützenberger/BFB; Karina Brock/DAV Erlangen
Fotos: Markus Kroha
Achivbilder: S. Riedl, P. Vekla















