Jule Breuning war wettkampftechnisch in diesem Jahr verletzungs- und abiturbedingt etwas weniger aktiv.

Aber nach den Open Austrian Championships Para Climbing in Wien, die im Juni über die Bühne gingen, konnte sie Mitte August an den International Para Open in Brünn (Tschechien) teilnehmen.

Die erste Qualiroute war an einer Speedwand geschraubt. Foto: Jörg Breuning

Dies war der erste Para-Wettkampf, der vom Tschechischem Kletterverband organisiert wurde und war ein Test für den World Cup, welcher nächstes Jahr in Brünn stattfinden soll.

Das Starter*innfeld war klein, weshalb es mit nur zwei RP1-Starterinnen keine eigene Startgruppe für Jules Kategorie gab. „Wir kletterten dann gemeinsam mit der einen AU2-Starterin und einer RP2-Starterin als Klasse RP2.“ Nicht die besten Voraussetzungen also (mehr zu den Klassen erfahrt ihr hier).

Im Überhang verklettert – keine gute Kombi

Die erste Qualiroute war an der Speedwand und daher vom Boden weg konstant überhängend. „Sie war aber schön geschraubt und ich hatte einen guten Start“, berichtet Jule. „Leider bin ich dann jedoch zu früh nach links abgebogen und landete mit den Händen statt auf den Griffen auf den Tritten.“ Dieses Verklettern zu korrigieren schaffte Jule dann nicht mehr – vielleicht auch aufgrund von Schulterproblemen, welche ihr das Schwung holen erschwerten. „Ich war mit meiner ersten Route trotzdem sehr zufrieden und konnte neue Kraft für die zweite Qualiroute sammeln.“

Zweite Route war zu schwer

Durch dass Zusammenfassen der Klassen war die zweite Qualiroute für Jules Einschränkungen sehr schwer zu bewältigen: Sie war wiederum im Überhang geschraubt und mit zusätzlichen Volumen bestückt. „Diese Route dachte, sie zeigt mir mal, was sie von mir hält und warf mich leider kurz nach dem Einstieg schon wieder ab.“

Da half auch das kräftige Anfeuern von Freunden und Mit-Athlet*innen leider nichts.

Somit reichte Jules Punktzahl nicht aus, um ins Finale einzuziehen, aber sie hat dann eben gemeinsam mit der anderen RP1-Athletin, Doris Rohner, die anderen Kletter*innen kräftig angefeuert.

Highlight: Besuch von Adam Ondra! Foto: Jörg Breuning

Highlight: Besuch von Adam Ondra! Foto: Jörg Breuning

„Klar war es schade, dass meine Klasse nicht zustande kam. Aber dadurch, dass insgesamt nur 35 Athlet*innen dabei waren, war es dafür ein sehr familiäres Wettkampf-Gefühl“, resümiert Jule.

Besuch von Adam Ondra

Ihr Highlight war zudem der Besuch von Adam Ondra, des tschechischen Weltklasse-Kletterers, der für Fotos und Autogramme zur Verfügung stand.

„Insgesamt war es wieder ein sehr schöner, kräftezehrender und lehrreicher Wettkampf“, so Jule. Sie weiß nun, an was sie arbeiten muss: Überhänge und  Routenlesen, um sich das Verklettern zu ersparen.

Bereits am 12. September folgt nun der der nächste Wettkampf in Bern, für den Jule sogar als Plakatmodel ausgewählt wurde!

Jule Breuning vom DAV Erlangen ziert das Ankündigungsplakat für die Schweizer Meisterschaft im Paraklettern. Foto: joelschweizer.ch

Text: Karina Brock (DAV Erlangen)
Fotos: Jörg Breuning, Joel Schweizer (Plakat)