Im vergangenen Jahr hatten wir uns einiges vorgenommen. Begonnen mit der zweiten Winterbegehung des Höhenglückssteigs, bis hin zu Klettern in der Fränkischen Schweiz, der Alpinausfahrt, einem Wochenende auf der Erlanger Hütte sowie einer Biwakausfahrt. Dabei ist uns allen wohl die Alpinausfahrt am meisten im Gedächtnis geblieben.
Hier ein kurzer Abriss, wie das ganze Projekt gelaufen ist (die ausführliche Version könnt ihr hier nachlesen):
Am langen Wochenende über Himmelfahrt sollte es für uns eigentlich in die Tannheimer Berge zum Alpinklettern gehen. Bereits im März haben wir damit begonnen, wöchentlich die Grundlagen dafür aufzufrischen. Immer dienstagabends übten wir zusammen das Abseilen, den Standplatzbau, behelfsmäßige Bergrettung sowie Erste Hilfe. Zum Teil auch an Wochenenden in der Fränkischen Schweiz. Doch leider machte uns das anhaltend kalte Wetter und vor allem Neuschnee bis in tiefe Lagen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Klettern auf der Alb. Foto: T. Goller
Also wurde der Alternativplan aus der Schublade geholt: Es sollte auf die Schwäbische Alb gehen. Zum Glück konnten wir ein abseits gelegenes Grundstück von Tims Vater kurzerhand zum Campingplatz umfunktionieren. Der Haken: keine Halbpension sowie kein fließend Wasser. Oder wie wir fanden: bestes Lehrgelände, um unsere Kenntnisse in „How to shit in the woods“ auf die Probe zu stellen. Somit wurde gleich nach Ankunft der Bau einer naturverträglichen Gemeinschatstoilette umgesetzt. Umgehend bildete sich eine Gruppe von fünf Leuten, die eine mehr als komfortable Komposttoilette aushoben und sie liebevoll „den halben Meter“ tauften.
Das eigentliche Ziel unserer Ausfahrt war jedoch das Klettern in alpinem Fels und das dafür benötigte Handwerkszeug zu üben. Zwar sind die Felsen und Wände auf der Schwäbischen Alb nicht ansatzweise so hoch wie in den Alpen. Absicherung, Linienführung und der eine oder andere brüchige Ausstieg können aber als durchaus alpin beschrieben werden. Natürlich durften auch Risse und die dazu benötigte Klettertechnik nicht fehlen.
Das erfuhren dann auch alle Teilnehmenden gleich am ersten Tag am eigenen Leib, als wir am Bindstein im Eselsburger Tal in glatten Kalkrissen alles gaben, was der Körper hergab und allerhand mobile Sicherungsmittel (bis zum 6er Camelot) legten. Weitere Felsen waren der Hockelochfels, der Geschlitzte Fels und der Rossfels auf der Uracher Alb sowie der Breitfels im Blautal. An denen konnten wir immer wieder Abseilen und Mehrseillängenluft am Standplatz schnuppern.
Am Ende mussten wir zwar auf eine Ausfahrt in die Alpen verzichten, waren aber im alpinen Fels der Schwäbischen Alb nicht weniger gefordert. Letztendlich wurden wir auch mit einer Menge Spaß und einem erlebnisreichen Wochenende belohnt und konnten alle Schwierigkeiten bewältigen, die eine so spontane Planänderung mit sich bringt.
Auch dieses Jahr haben wir einiges vor: Die Winterbegehung vom Höhenglückssteig feiert dreijähriges Bestehen, es geht auf Skitour, zum Bouldern an den Fels und natürlich auch in die Fränkische.
Wer uns kennenlernen möchte, kann gerne mal bei unserem Dienstagstreff vorbeischauen!
Text: Katharina Dammer









