Wie mittlerweile jedes Jahr machten wir uns als Chalk Junkies für ein verlängertes Hochtourenwochenende auf den Weg in die Alpen. Unser Ziel war diesmal die Oberwalderhütte mit beeindruckendem Blick auf den Großglockner.

Trotz teils widriger Bedingungen kamen sowohl der Lernfaktor als auch der Plaisirfaktor nicht zu kurz, sodass es einiges zu berichten gibt.

Die Hochtourenausfahrt 2026 der Chalk Junkies: Ein Diagramm sagt manchmal mehr als 1000 Worte... Diagramm: Emily Kruckenberg

Die Anreise

Ein schlechter Wetterbericht und die Aussicht auf Gewitter am Nachmittag zwangen uns dazu, bereits um 5 Uhr morgens in Erlangen aufzubrechen, um den Zustieg rechtzeitig zu schaffen. Die letzten Kilometer auf der Großglockner-Hochalpenstraße stellten für manche allerdings die größte Herausforderung des gesamten Wochenendes dar, weshalb der Plaisirfaktor zeitweise eher gering ausfiel.

Immerhin beschäftigten wir uns intensiv mit Wetter- und Zeitplanung, sodass so manche bereits auf der Anreise noch etwas dazulernen konnten.

Das Matterhorn-Puzzle

Dem schlechten Wetter zu Beginn geschuldet, verbrachten wir viel Zeit auf der Hütte und widmeten uns gemeinsam einem Matterhorn-Puzzle. Die fehlenden Teile machten daraus allerdings ein echtes Langzeitprojekt, inklusive des einen oder anderen Nervenzusammenbruchs.

Umso größer war die Freude und das „We made it!“-Gefühl, als schließlich auch das letzte Teil seinen Platz fand.

Spaltenbergung

Aufgrund überbordender Wolken stand am ersten Tag zunächst etwas Theorie auf dem Programm. Ziel war es, das Thema Spaltenbergung noch einmal zu vertiefen und vielleicht manch nützlichen Tipp aus der Gruppe mitzunehmen.

Der zwickende Gurt, kalte Hände und das ständige Ziehen am Seil trugen zwar nicht unbedingt zur Steigerung des Plaisirfaktors bei, halfen aber umso mehr dabei, das Maximum aus der Übung herauszuholen. Deshalb überrascht es nicht, dass der Lernfaktor bei dieser Einheit bei vollen 7 von 7 Punkten lag.

Mittlerer Bärenkopf und Gletscher

Endlich besseres Wetter! Die ersten Sonnenfenster ermöglichten uns den Gang auf den Gletscher und damit die erste richtige Tour des Wochenendes. Entsprechend groß war die Freude, auch wenn es weiterhin kalt und windig blieb.

Selbst ohne echten Spaltensturz (zum Glück!) konnten wir die Inhalte aus den Theorieeinheiten direkt anwenden, etwa bei Seilkunde, Knotentechnik oder den richtigen Abständen innerhalb der Seilschaft.

Fuscherkarkopf

Mit dem guten Wetter kam schließlich auch die Möglichkeit für eine zweite Tour. Unser Ziel: der Fuscherkarkopf.

Wind und ausgesetzte Passagen sorgten zwischenzeitlich für einen drastisch gesunkenen Plaisirfaktor von nur 1 von 7 Punkten. Dennoch überwog am Ende die Freude über die gelungene Tour und die vergleichsweise große Einsamkeit auf der Route, während viele andere Ziele an diesem Tag deutlich stärker frequentiert waren.

Wind und Kälte lieferten außerdem reichlich Praxisbezug für ein weiteres wichtiges Thema: Wärmemanagement am Berg. Damit erhielt auch der Lernfaktor noch einmal einen ordentlichen Schub.

Fazit

Alle ChalkJunkies haben die Tour wohlbehalten und sicher überstanden und sind wieder nach Erlangen zurückgekehrt.

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung des Verfassers: Das Erstellen der Plaisir- und Lernfaktor-Übersicht verdient mindestens ebenfalls einen Plaisirfaktor von 7 von 7 Punkten und hat die Rückfahrt erheblich verkürzt.

Text: Florian Koch
Diagramm: Emily Kruckenberg