In den Osterferien ging der erste Wettkampf der Saison für unsere Paraclimbing-Athletin Jule Breuning über die Bühne: Der Paraclimbing Master Wien, eine offene Österreichische Meisterschaft im Paraclimbing, die in der Kletterhalle Marswiese stattfand.

Jule berichtet:

Los ging es für mich bereits am Freitagnachmittag. Nachdem wir uns mit klassischen österreichischen Lebensmitteln fürs Abendessen eingedeckt hatten, wollte ich mir einen ersten Eindruck davon verschaffen, was mich am Samstag erwarten sollte: Also ab in die Kletterhalle. Im vergangenen Jahr habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich meine Aufregung etwas dämpfen kann, indem ich mir am Vortag schon das Gelände anschaue, um mich am Wettkampf-Tag auszukennen.

Wiedersehen mit Freunden

Am Samstag fuhren wir zeitig zum Wettkampfgelände, wo wir schon am Parkplatz wir Freunde und Teamkollegen trafen. Als alle in der Halle angekommen und im Technical Meeting die wichtigsten Informationen für den Wettkampf bekannt gegeben waren, ging es los.

Meine Klasse RP1 Damen startete in zwei Quali-Routen jeweils nach den Herren der Klasse RP1 (mehr zu den Klassen erfahrt ihr hier) so hatte ich die Möglichkeit, die Schlüsselstellen der Routen zu erkennen und mir für mich geeignete Lösungen zu überlegen.

Griff oder Tritt? Egal – Hauptsache, man kann sich festhalten!

Jule Breuning vom DAV Erlangen startete auch 2025 wieder beim Paraclimbing Master in Wien. Foto: Jörg Breuning

Jule in der Ruheposition kurz vor ersten Schlüsselstelle. Foto: J. Breuning

Die erste Route war senkrecht, die Schwierigkeit bestand darin, dass man von unten nicht sehen konnte, wie die Griffe sind geformt sind, zum Beispiel, ob sie hinterschnitten sind oder eher Aufleger. Dennoch hat mir die Route keine größeren Schwierigkeiten bereitet, ich konnte die Griffe gut halten und bin – wie so oft – immer wieder auch auf Tritte ausgewichen. Alles, was unterwegs kommt, wird zum Festhalten genutzt! In dieser ersten Route konnte ich die Zeit fast bis zum Timeout ausreizen.

„Ich schwang mich in den Abflug“

Nach einer Pause ging es in die zweite Quali-Route, diesmal auf der überhängenden Wandseite. Der Einstieg war mit einem langen flachen Volumen bestückt und ich musste genau darauf achten, mit den Füßen nicht abzurutschen, damit ich an die nächsten Griffe kam. Durch den Überhang brauchte ich schon im unteren Wandbereich viel Kraft. Die großen Griffabstände taten das Übrige: Diese muss ich nämlich lösen, indem ich mich mit einer Hand festhalte, während ich mit dem anderem Arm Schwung hole, um den nächsten Griff zu erwischen. Leider gelang mir das schon ziemlich weit unten nicht auf’s erste Mal, so dass ich mich sehr früh in meinen Abflug schwang.

Teamgeist wird groß geschrieben

Ins Finale schaffte ich es so leider nicht, jedoch war ich mit meinem Ergebnis im Großen und Ganzen sehr zufrieden, da ich die zwei Wochen vor dem Wettkampf verletzungsbedingt nicht trainieren konnte.

Gemeinsam mit Teamkollegen und Freunden feuerte ich die anderen Athlet*innen kräftig an. Es war wieder sehr schön, allen zuzuschauen, wie sie ihr Bestes gaben, und gemeinsam Zeit zu verbringen.

Am Abend füllten wir traditionell unseren Energiespeicher beim Pizzaessen wieder auf.

Insgesamt war es ein sehr schöner Wettkampf, in dem ich zeigen konnte, wie ich mich den Winter über weiterentwickelt habe. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die mich sowohl vor Ort als auch von zu Hause aus unterstützen, motivieren und anfeuern!

Text: Jule Breuning
Fotos: Jörg Breuning