Es kann nicht immer Klettern sein
drum komm, pack‘ Wanderschuhe ein,
greif‘ den Stock, setz‘ auf den Rucksack
gefüllt mit Wanderhose, Stirnlampe und Hüttenschlafsack.
Wir Chalk Junkies wollen Wandern gehn,
uns in Ruhe die Bergen ansehen.
Drum steifeln wir fünf Tage lang
auf dem Adler Höhenweg von Hang zu Hang.
Der Weg war keine rein physische Reise,
sondern auch eine mentale, in gewisser Weise.
Wir wurden verrückter von Tag zu Tag
ob das wohl an der Höhenluft lag?
Doch fangen wir von vorne an, in Ströden, wo die Reise begann.


Etappe 1
In brühender Hitze
(Zitat Miri: „juuunger Vater, wie ich schwitze)
gehts zur Essener-Rostocker Hütte hinauf,
belohnt durch Abkühlung im Gletschersee,
da freuen wir uns alle drauf!
Etappe 2
Wir haben viel zu bereden.
Miri‘s Traumabewältigung ihrer Schulzeit folgt unseren Wegen.
Felix erkennt überall Frostsprengung und löchert Anna Lynn mit Fragen zur Geologie
– doch die Geographin versagt, sie ist leider kein Gesteins-Genie.
Wir erreichen die Johannishütte nach nicht allzulangem Marsch,
Felix frägt nach veganem Essen – und bekommt eine Abfuhr, ziemlich harsch.
Etappe 3
Die Eissehütte ist anvisiert,
für den Tag wird gute Laune manifestiert,
und dank Meike, unserer Tempo-Pacerin,
bekommen wir den Anstieg auch alle gut hin.
Ein Teil von uns will noch den Aufstieg zur Kreuzspitze wagen,
den Rest versorgt Tan mit Popcorn, wer kann sich da beklagen?
Etappe 4
Anna Lynn steht auf nach schlafloser Nacht, doch es hat ihr was gebracht:
Ihr innerer Erzähler brachte ein Gedicht übers Schnarchen hervor
am Morgen trägt sie es den anderen vor.
Die Wanderung durchs Nebelmeer fällt uns heute etwas schwer
doch die Bonn-Matraier Hütte wartet, wahrlich eine sieben von sieben,
wir können nicht anders als uns Schock zu verlieben.
Maria – einst war sie dort zur Saisonarbeit –
freut sich schon ewig auf ein Wiedersehen, nun ist es soweit!
Kartenspiele und Getränke sind unsere Abendbeschäftigung,
doch diese zwingen Miri und Sophia zur erneuten Traumabewältigung.

Etappe 5
Nun bricht der letzte Morgen an,
wir beobachten sprachlos den Sonnenaufgang,
schnüren das letzte mal den Schuh,
der Abstieg nach Prägraten verfliegt im Nu.
Ach, wie gern würden wir weitergehen.
Doch für jetzt heißt es „Auf Wiedersehen“.
Tschüss sagen Meike, Maria, Miri, Sophia, Anna Lynn, Tan und Felix,
die Reise ist vorbei, jetzt ist wieder klettern, da machste nix.
Text: Meike Eckert
Fotos: Felix Naake









