Ende Oktober ging auch für Jule Breuning der letzte Wettkampf der Saison über die Bühne: Der zweiter Wettkampf des „Bächli Bergsport Para Climbing Cups“, der im Nationalen Leistungszentrum Biel stattfand.

Für die 18-Jährige war es ein schöner Saisonabschluss – denn da es in ihrer RP1 Damen Startklasse nur drei Starterinnen gab waren, kamen alle ins Finale  (mehr zu den Klassen erfahrt ihr hier).

Jule gab schon in der Qualifikation alles beim Swiss Master in Biel. Foto: J. Breuning

Jule gab schon in der Qualifikation alles beim Swiss Master in Biel. Foto: J. Breuning

Jule kämpft bis zum Timeout

„Wir hatten zwei schöne, aber fordernde und anstrengende Qualirouten“, berichtet Jule, die wie immer Kampfgeist und Ausdauer bewies, als sie in der zweiten Route die vollen sechs Minuten bis zum Timeout nutzte, um wirklich nichts unversucht zu lassen, an ihrer persönlichen Schlüsselstelle weiterzukommen.

„Ich musste feststellen, dass Duoplex-Griffe im Wettkampf einfach nicht mein Freund werden.“ Duoplex-Griffe sind Klettergriffe mit zwei unterschiedlichen Oberflächen – eine griffig, eine glatt –, die gezielt bestimmte Bewegungen oder Griffarten erzwingen. Jule kann durch ihre Muskelschwäche die Füße nicht immer gezielt ansteuern, ist daher auf eine möglichst große und vor allem raue Antrittsfläche angewiesen –  bei Duoplex-Griffen und -Tritten ist das durch die teilweise glatte Fläche schwierig.

Überhängende Finaltour

Nach einer langen Pause zum Kraftschöpfen, den Jule wie immer gerne zum Austausch mit Freunden nutzte, ging es in die Iso und anschließend zum Routen Sichten: Sechs Minuten hatten die Athlet*innen Zeit, sich Griffe, Tritte, Routenverlauf etc. anzusehen, um eventuelle Schlüsselstellen zu erkennen und sich unter einander über die Routen auszutauschen. „Ich musste feststellen, dass ich das Routenlesen noch nicht so gut beherrsche“, meinte Jule selbstkritisch.

Sie hatte aber wenig Zeit, um aufgeregt zu sein, denn sie startete als erste in ihrer Startklasse in die Finaltour. Diese war an der Speedwand geschraubt und entsprechend komplett leicht überhängend: „Das zehrte schon zu Beginn ganz schön an den Kräften, zumal ich in der Quali schon alle gegeben hatte.“ Jule fiel daher auch relativ früh – „die Kraft war einfach alle“ – ist mir ihrer Leistung aber dennoch zufrieden.

Ein spannendes Jahr geht zu Ende

Wie immer ließ sie sich von der guten Atmosphäre in der Halle zu Höchstleistungen pushen und unterstütze ihrerseits die anderen Sportler*innen: „Jeder feuerte jeden an und diese Power trieb einen richtig die Wand hoch!“

Damit geht für Jule weiteres Wettkampf-Jahr zu Ende – geprägt von Höhen und Tiefen, neuen Erfahrungen, schönen Erinnerungen, frischem Wissen, neuen Freuden und dem einem oder anderen Muskelkater. „Ich durfte viel Neues lernen, Zeit mit Freund*innen und Teamkolleg*innen verbringen und habe sehr viel Unterstützung durch alle möglichen Menschen erhalten, allen voran meine Familie.“

Jule schätzt die guten Trainingsmöglichkeiten beim DAV Erlangen und freut sich nun aufs Wintertraining sowie auf ein „erfolgreiches und starkes 2026“!

Text: Karina Brock / DAV Erlangen
Fotos: Jörg Breuning