Eine Kooperation der DAV-Sektionen Erlangen und Hochland im September 2025
Wer sorgt eigentlich dafür, dass man auf guten Wegen durch die Berge wandern kann? Üblicherweise sind das die Wegewarte verschiedenster DAV-Sektionen, die sich ehrenamtlich darum kümmern, die Wege frei von umgefallenen Bäumen, Sturzbächen oder Geröllschäden zu halten. Wie genau das aussieht, haben wir Anfang September im Karwendelgebiet selbst herausgefunden.
Susanne Forster, Wegewartin im Gebiet um die Krinner-Kofler-Hütte oberhalb von Mittenwald, rief – und vier Erlanger JDAVler*innen kamen: Tobi, Sophia, Chiara und Jule machten sich mit Susi auf den Weg, um ein Wochenende lang ein bisschen in den Bergen aufzuräumen. Für die richtige Einstimmung sorgten in der ersten Nacht bereits die Hirsche, die fleißig durch die Berge röhrten und so nochmal das eine oder andere Auge schläfrig zugedrückt wurde, als der erste Wecker am Samstag klingelte.
Grießbrei und Kühe-Hundertschaften
Der Arbeitstag startete mit einem gründlichen Grießbreifrühstück, doch statt eifrigem Anpacken mussten wir gleich nach Aufbruch Richtung Gjaidsteig schon wieder innehalten, denn unverhofft landeten wir mitten im Almabtrieb und standen nach der ersten Kurve knapp zwei Hundertschaften Kühen gegenüber, denen wir dann doch lieber Vorrang gewährten.
Mit 20 Minuten Verspätung wanderten wir schließlich los zu den Baustellen des Tages. Das heißt, man läuft einfach so lange, bis einem etwas auffällt, das ausgebessert oder repariert werden muss und dann schaut man, was man mit dem Werkzeug, das man dabei hat, ausrichten kann. Was willkürlich klingen mag, ist jedoch nicht unüberlegt – die Berge sollen schließlich nicht gänzlich umfrisiert, sondern lediglich vorhandene Wege instand gehalten werden, damit Wandernde sich auf ihnen ohne zusätzliche Risiken fortbewegen können.
Von Regenablaufrinnen bis zu umgekippten Fichten
Wir fanden vor allem Regenablaufrinnen quer der Wege, die mal wieder nachgezogen oder gesäubert werden mussten sowie steilere Wegabschnitte, die mit der Zeit sehr rutschig und ausgetreten waren, sodass wir sie mit ein paar Holzstufen versahen.
Je näher wir dem Gjaidsteig kamen, desto steiniger und damit komplizierter wurde es, den Weg auszubessern. Nun hieß es: Steine suchen, um einen abgesackten Weg zu stabilisieren und etwas höher am Hang wieder anzulegen. Wir mussten Grasnaben ausstechen, um sie unterhalb des Weges wieder anzupflanzen, damit die neuen Wurzeln ein erneutes Absacken des Weges verhindern würden.
Beim Stein- und Kiestransport, Buddeln, Hacken und Stemmen vergingen die Stunden schnell und nachdem das letzte Stück Weg vor dem Geröllfeld noch von zwei dicken umgestürzten Fichten freigeschnitten worden war, war schließlich Feierabend. Zur Belohnung gab es abends eine Spezi und selbstgemachte Wraps, ehe uns die Hirsche wieder in den Schlaf röhrten.
Erfolgreicher Arbeitseinsatz
Am nächsten Tag zogen wir die andere Richtung los und arbeiteten auf dem Prinzensteig, der so heißt, weil auf ihm auch schon Sonnenkönig Ludwig unterwegs gewesen sein soll. Auf diesem Weg Richtung Soiernspitze fokussierte sich unsere Weginstandhaltung auf zwei Bereiche: Latschenbändigung und neue Regenabflussrinnen.
Wir teilten uns auf: Das Team Rinne grub auf gut zweieinhalb Kilometern Wegstrecke insgesamt 16 neue Regenablaufrinnen, während das Team Schere sämtliche Latschen entlang des Weges mit Scheren und Sägen verschiedenster Größe – von der Astschere bis zur Elektrokettensäge – zurückschnitt. So mussten sich passierende Sonntagswanderer gelegentlich vor fliegenden Latschenästen oder ausholenden Spitzhacken in Acht nehmen, doch niemand dachte überhaupt daran, sich zu beschweren, im Gegenteil: Gleich mehrfach wurde uns für die Instandhaltungsarbeit gedankt. Nachdem für uns noch die Rückfahrt nach Erlangen anstand, beendeten wir den Arbeitseinsatz bereits am frühen Nachmittag am Hirzeneck – erfolgreich, wie wir fanden. Zum Abschluss der arbeitsreichen Tage belohnten wir uns in Mittenwald noch mit einen Zwischenstopp für ein Eis bei Blick auf die Karwendelspitze, ehe wir pünktlich zum Blutmond das heimatliche Erlangen erreichten.
Text: Jule Stegner /JDAV Erlangen
Fotos: Chiara Kohl, Sophia Peters, Susanne Forster, Jule Stegner

















