Unser Skitourenabenteuer begann eigentlich schon zwei Tage vor der eigentlichen Fahrt – und zwar am Exerzierplatz in Erlangen. Bevor wir uns in die Berge wagten, stand ein wichtiges Thema auf dem Programm: LVS-Training. Nach einer kleinen Theorierunde ging es direkt in den Schnee, wo wir fleißig nach „Verschütteten“ suchten. Für unseren ersten Versuch können wir sagen: Die meisten wurden zumindest innerhalb der vorgegebenen Zeit gefunden – ein solider Start für uns angehende Skitourengeher*innen Tan, Alex, André, Patrick, Maria und Meike.
Blutige Anfänger*innen auf dem Weg in die Berge

Skitourenneulinge unterwegs: Eine ChalkJunkie-Gruppe stürzt sich ins Abenteuer. Foto: P. Ritschl
Am Samstagmorgen folgte dann die Abfahrt Richtung Berge – wenn auch mit leichter Verspätung, da jemand seinen Wecker eher als Deko statt als Warnsignal betrachtet hatte. Mit dem DAV-Bus machten wir uns schließlich auf den Weg nach Garmisch-Partenkirchen. Dort hieß es für die blutigen Anfänger*innen erst einmal: Tourenequipment ausleihen. Anstatt mit klassischen Tourenski wagte sich auch ein kleiner Kreis mit exotischen Splitboards in dieses neue Abenteuer.
Bei durchgehendem Schneefall starteten wir mittags zu unserer ersten Skitour. Nach dem LVS-Check ging es los. Die Ruhe, der frische Schnee und die winterliche Stimmung ließen uns zumindest teilweise das Stechen und Brennen in den Schienbeinen vergessen – wenigstens für kurze Zeit. Denn die große Frage blieb: Sind Tourenskischuhe eigentlich immer so unbequem?
Spitzkehren und Felle: Ein Fall für Schneeskulpturen
Unterwegs suchten wir uns einen Hang, um Spitzkehren zu üben und lernten außerdem, wie sich das Abfahren mit Fellen anfühlt. Das Ergebnis: Der ein oder andere sah danach aus wie ein wandelnder Schneemann. Über die Schönau erklommen wir schließlich den Eckbauer, unser Tagesziel. Nach einer kurzen Stärkung zogen wir die Felle ab und fuhren über Skiroute und Rodelbahn hinunter Richtung Olympiaskistadion. Am Bus angekommen strahlten vor allem Maria und Meike über beide Ohren – endlich raus aus den schmerzhaften Schuhen! Der Kommentar eines alten Hasen brachte dann die erlösende Erkenntnis: Walkmodus? War die ganze Zeit nicht drin. Tja – lernen durch Schmerz.
Käsespätzle und Theorie
Zur Belohnung machten wir es uns abends in der Ferienwohnung gemütlich und gönnten uns eine riesige Portion Käsespätzle. Doch der Abend war noch nicht vorbei: Etwas Theorie zu Lawinenkunde, Risikobewertung und Gruppendynamik stand noch an und half uns, die Tour für den nächsten Tag gut vorzubereiten.
Am Sonntag ging es für uns Richtung Ehrwald. Startpunkt war die Ehrwalder Almbahn, von dort vorbei am Almsee und Igelsee in Richtung Brendlsee. Und was sollen wir sagen – die Bedingungen waren einfach traumhaft: viel frischer Powder, Sonne, Ruhe und eine lustige, harmonische Gruppe. Auch etwas steilere und technischere Passagen meisterten wir mit Konzentration, gegenseitiger Unterstützung und viel Gelächter.
Aufgrund des hohen Lawinenrisikos und eines gemeinsamen Bauchgefühls entschieden wir uns als Gruppe, die Tour früher zu beenden. Die Abfahrt durch Powder und Wald ließen wir uns trotzdem nicht nehmen – nachdem auch die letzte vereiste Bindung mithilfe von Tee wieder einsatzbereit war.
Im Profimodus angekommen
Zurück in der Ferienwohnung gab es erstmal Kaiserschmarrn mit Apfelmark – sehr viel Apfelmark. Danach folgten Tourenplanung, eine leichte Linsen-Bolognese und als Nachtisch türkisches Irmik (Danke Tan!). Manche von uns entwickelten dabei eine auffällige Apfelmark-Fixierung.
Am dritten Tag fühlten wir uns fast schon wie Profis: LVS-Check, Felle an, Walkmodus rein (diesmal wirklich!) und los ging’s. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer spontanen Routenanpassung – der Weg war geräumt – fanden wir schnell wieder unseren Rhythmus. Das Wetter saß uns allerdings im Nacken, weshalb wir beim Aufstieg etwas Tempo machten. Trotzdem genossen wir das Erlebnis ein letztes Mal in vollen Zügen. Unten im Tal angekommen, begann es auf die Minute genau zu regnen – ein besseres Timing hätte es nicht geben können.
Fazit: Ein weiterer Teil der ChalkJunkies ist nun endgültig vom Skitourengehen angefixt und wird mit Sicherheit noch viele weitere Touren sammeln.
Und was darf auf dem Rückweg im Bus natürlich nicht fehlen? Genau: Apfelmark.
Text: Meike Eckert
Fotos: Meike Eckert, Patrick Ritschl, Alexander Verhoolen












