Mit dem Winterwetter und den Schneeverhältnissen ist es in unseren Breiten ja bekanntlich so eine Sache. Aber „a bissel was geht immer“. Getreu diesem Motto hatten sich nicht weniger als zehn Interessent*innen zur diesjährigen Schneeschuh-Freizeit der Bergsteigergruppe im Bayerischen Wald angemeldet. Stefan, unser Organisator, (nochmals herzlichen Dank!) hatte in dem beschaulichen Städtchen Lam ein ganzes Ferienhaus reservieren lassen.

Am Samstag, 20. Januar 2024, trafen wir uns am Parkplatz des DAV Kletter- und Vereinzentrums und schafften es tatsächlich, uns und unser Gepäck in nur zwei Autos zu verstauen. Weil Stefan erst noch Jürgen in Nürnberg aufgabeln musste, fuhren wir getrennt und landeten nach einer ansonsten glatt verlaufenen Fahrt prompt auf zwei verschiedenen Parkplätzen bei Lambach.

Gruppenzusammenführung am Großen Osser

Aber an unserem eigentlichen Ziel, dem Großen Osser (1293 m), trafen wir dann doch noch zusammen – nach einem spannenden Aufstieg ohne Schneeschuhe, denn die brauchten wir angesichts der eher spärlichen Schneemenge nicht unbedingt. Bei strahlendem Sonnenschein und knackiger Kälte machte der Aufstieg trotzdem viel Spaß und war auch nicht ohne, denn die Waldwege waren auf langen Strecken mit blankem Eis überzogen, so dass wir meist daneben durch den Wald stapften.

Nach einer kurzen Einkehr im Osserschutzhaus nahmen wir den Rückweg über den Kleinen Osser zu unserem Ferienhaus in Lam, das so geräumig war, dass alle Einzelwanderer ein eigenes Zimmer belegen konnten. Das Abendessen im Gasthaus hatte Stefan schon im Voraus gebucht.

Danach konnten wir es uns in dem großen Aufenthaltsraum gemütlich machen. Allerlei Gesprächsstoff, Wein und Bier, ein Billardtisch im Nebenraum und Dieters Gitarre sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam.

Mit Schneeschuhen auf dem Zwölftausender-Weg

Für den nächsten Tag knobelten die Tourenplaner eine größere Unternehmung aus: Mit dem Bus ging es erst mal zur Talstation der Liftanlage am Großen Arber und mit der Sesselbahn bis knapp unter den Gipfel. Auch von dort, auf 1455 m Höhe, konnten wir bei strahlendem Sonnenschein wieder herrliche Blicke auf die weißen Berge und  grünen Täler genießen. Bei dem einen Gipfelglück sollte es nicht bleiben, schließlich beschritten wir (diesmal die meisten mit Schneeschuhen) den Zwöltausender-Höhenweg und erklommen dabei immerhin acht Gipfel, die höher als 1000 Meter waren. Endstation war das Gasthaus in Eck, wo wir auf den Bus warteten, der uns dann – schon bei Dunkelheit – nach Lam zurückbrachte. Nach einem Besuch in der dortige Pizzeria machten wir es uns in unserem Ferienhaus bequem.

Leuchtturm und Unterwelt statt Gipfelglück

Für die nächsten Tage hatte der Wetterfrosch leider Sturm und Regen angekündigt. Wir verzichteten deshalb am Montag auf eine weitere Gipfeltour, fuhren stattdessen nach Furth im Wald und wanderten (tatsächlich bei ganz passablem Wetter) zum Leuchtturm der Menschlichkeit, der zwar nicht besonders hoch ist, dafür aber aus Steinen aus der ganzen Welt erbaut wurde. Nach einem Mittagessen im Ort, ließen wir uns durch die Further Felsengänge führen, ein verzweigtes Kellersystem, das schon im späten
Mittelalter angelegt und in den Jahrhunderten danach immer verästelter wurde.

Der angekündigte Regen ließ noch immer auf sich warten. Dennoch beschlossen wir nach unserer Rückkehr ins Ferienhaus, die eigentlich auf vier Tage geplante Freizeit abzubrechen und heimzufahren. Unterwegs gab‘s dann tatsächlich Regen, aber die Rückfahrt verlief problemlos, so dass am Abend alle am DAV wieder in ihre eigenen Autos steigen konnten.

Text und Fotos: Dieter Petzold