Während viele Parasportler aus der ganzen Welt in Paris um Medaillen kämpften, war das @paraclimbing_team_germany  bei der Europameisterschaft von 24. bis 25. August in Villars sur Ollon (Schweiz) am Start.

Mit dabei: Jule Breuning!

Schon Wochen vorher war die 17-Jährige aus Ebermannstadt aufgeregt und gespannt, wie ihr erster IFSC-Wettkampf wohl werden wird. Erste Station war am 23. August für sie daher die IFSC Klassifizierung, wo sie ihre RP1-Klassifizierung mit dem Status Confirmed erhielt. Das heißt, sie wurde in die höchste Stufe bei neuroligisch oder physiologisch eingeschränkten Personen eingestuft und hat diesen Status nun fix. „Damit muss ich nicht alle zwei Jahre zur Klassifizierung.“ Denn das ist für die meisten Parasportler der normale Turnus (hier erfahrt ihr mehr über die Klassifizierungen beim Paraclimbing).

Am Abend desselben Tages fand sich dann das komplette Paraclimbing Team Germany für ein Teammeeting am Wettkampfgelände ein, um die wichtigsten Infos für den Wettkampf und die Akkreditierungen zu erhalten.

Dann folgte der Quali-Tag

„Es war super – aber ich war sehr nervös und hatte Angst. Jedoch haben mich alle Athelten versucht zu beruhigen und mir die Angst zu nehmen“, berichtet Jule von der unglaublich kameradschaftlichen, „richtig coolen und entspannten Atmosphäre“.

Blokade wegen Problem beim Einstieg

Ihre erste Route lag an der Hauptwand, die stark überhing. „Als ich mir die Route ansah, stellte ich fest, dass der Einstieg für mich mit dem Füßen seitenverkehrt beginnt: Der linke Fuß musste zu erst hoch, ich muss aber aus Kraftgründen eigentlich mit rechts starten.“ Leider biss sich Jule schon an diesem Problem kopfmäßig so fest, dass sie quasi schon vor dem Einstieg blockierte und nicht wirklich weit kam. „Das hat mich geärgert – aber immerhin war ich vor der zweiten Route entspannter.“

Diese war in der Speedwand geschraubt, also an einer senkrechten Wand. „Die Griffe waren schwer zu halten, da es nur eine sehr kleine Fläche zum Greifen gab und der Rest des Griffes glatt war. Aber es ging besser, als bei der ersten Route und ich kam etwas weiter.“

Leider war danach Schluss für Jule, da ihre Leistung für ein Vorrücken in die nächste Runde nicht ausreichte. „Aber ich bin megaglücklich mit meinem 12. Platz in meiner Kategorie – ich war ja auch noch die jüngste Teilnehmerin!“

Stimmung wie immer super

Insgesamt war Jule wie jedesmal total begeistert von der guten Stimmung: „Es wurde jede*r immer kräftig angefeuert und für mich persönlich war die EM einfach eine unglaubliche Erfahrung. Ein internationaler IFSC Wettkampf – wir krass ist das denn?“ Sie hat die „großartige Zeit“ mit der Paraclimbing-Familie wieder sehr genossen, neue Freunde gefunden, sich viel ausgetauscht, einfach eine gute Zeit gehabt.

Besonders wird ihr der Moment in Erinnerung bleiben, als sie von der Call Zone auf die Wettkampfbühne kam. „Das war einzigartig!“

Das Finale am Sonntag bescherte den Athlethen leider kein gutes Kletterwetter: Es regenete. Dennoch haben alle das Beste aus der Situation gemacht, die Finalisten wurden kräftig angefeuert und auch dieser Tag zeigte nochmal, wie verbunden sich die Paraclimber sind, weniger Konkurrenten als eine große Gemeinschaft.

„So richtig habe ich erst bei der Siegerehrung realisiert, dass ich bei der EM dabei war, auf dieser großen Bühne stand und in der beeindruckenden Wand hing…“, erinnert sich Jule noch Tage später fassungslos. „Ich bin allen, die mir die EM ermöglicht haben, mich unterstützt und angefeuert haben unendlich dankbar.“

DAV Erlangen | Parasportgruppe | Jule Breuning | Wettkampfklettern | Paraclimbing EM Villars (Schweiz) 2024 | Foto: Jörg Breuning

Text: Karina Brock / DAV
Fotos: Philipp Abels / DAV, Manuel Lopez / SAC, Yanak Lopez, Jörg Breuning, Angela Fallegger, Jule Breuning