Rund ein Vierteljahrhundert ist es her, dass ich zum ersten Mal den Hiltibohrer zum Sanieren angesetzt habe.

25 Jahre lang war Burkard Müller Felspate sowie Routenbauer- und -sanierer für den DAV Erlangen. Foto: privat

25 Jahre lang war Burkard Müller Felspate sowie Routenbauer- und -sanierer für den DAV Erlangen. Foto: privat

Nun, zweieinhalb Jahrzehnte, zwei Schulter- und drei Knie-OPs später, steht in meiner Sanierungsliste die 120. Route, die ich teilweise oder ganz saniert habe. Es war viel Arbeit und hat Substanz gekostet, aber nichts wollte ich missen (außer den OPs).

Für viele sind Wolfgang Güllich oder aktuell Alexander Megos ein Vorbild, für mich war es eher ein Oskar Bühler, der den Klettersport sicherer gemacht hat und schon damals erkannt hat: „Eine Neutour bringt sportliche Anerkennung, die Erhaltung klassischer Wege nur Arbeit.“

Hier hat sich Oskar Bühler dann doch ein bisschen geirrt, denn wenn ein vergessener oder wegen schlechten Hakenmaterials verschmähter Weg saniert worden
ist und uns wieder Klettergenuss bereitet, dann trifft Arbeit auf Freude und (Kletter-) Zufriedenheit. Und ganz im Sinne des Sicherheitspioniers Oskar Bühler macht jeder neue Edelstahlklebehaken oder Umlenker das Klettern etwas sicherer.

Neben dem Setzen von Haken mussten viele unsanierte Routen aber erstmal freigeschnitten und geputzt werden, denn Wege mit schlechtem Hakenmaterial bzw. unsicheren Sicherungspunkten und fehlenden Umlenkern werden nicht mehr geklettert und wachsen zu.

Immer wieder habe ich auch gefährliche Schuppen entfernt, wobei hier der Wandfuß und darunterliegende Straßen im Team weiträumig abgesperrt wurden. Es ist unglaublich, wie weit Felsbrocken oder Schuppenteile fliegen oder Hänge herabrollen und welche Wucht in den Trümmern steckt.

Eher außergewöhnlich war die Entfernung von zwei zweifelhaft befestigten „Kunstwerken“ in der Route Gufel am Rodenstein/Walberla, da sie die Kletter*innen gefährdet und den Fels verschandelt haben.

Leider muss ich jetzt altersbedingt den Staffelstab weiterreichen. Ich denke, ich habe meinen Teil zum Erhalt der Fränkischen beigetragen.

In diesem Sinne

MfG
Burki

Text und Fotos: Burkard „Burki“ Müller