Zur Offenen Deutschen Meisterschaft im Paraclimbing, die Anfang Mai in Kempten stattfand, reisten aus Erlangen vier Athlet*innen an: Elena Wopkes (RP2w), Kevin Bartke (AU2m), Harald Lehmann und Marie-Héléne Barthel (offene Klasse).

Charly Wopkes erkletterte sich den Deutschen Meistertitel in ihrer Klasse RP2 weiblich. Foto: Xaver Quintus

Charly Wopkes erkletterte sich den Deutschen Meistertitel in ihrer Klasse RP2 weiblich. Foto: Xaver Quintus

Von ihrem ersten Wettkampf auf so großer Bühne berichtet Elena – besser bekannt als Charly – Wopkes:

An den Tagen vor dem Wettkampf erfolgte die Klassifizierung der Athlet*innen, also die Einteilung in verschiedene Wettkampfklassen auf Basis der Behinderung, um möglichst faire Vergleichsebenen zu schaffen. Anschließend lief das meiste ab, wie bei anderen Wettkämpfen auch: Technical Meeting, Qualifikation, erneute Klassifizierung fürs Finale, Iso, Besichtigung, Finale, Siegerehrung.

Herausforderung im Routenbau

Das Routenbauteam muss bei einem solchen Wettkampf besonders präzise Arbeit leisten, denn es müssen möglichst wenige Routen für so viele Startklassen wie möglich zugänglich gemacht werden: Egal ob Armamputation oder Beinamputation, ob links oder rechts – die Route ist dieselbe. „Es gibt nicht für jede Klasse eine extra Route“, erklärt Charly. „Die Blinden könnten zum Beispiel in derselben Route klettern wie eine Klasse neurologisch Eingeschränkter.“ Entsprechend geistreich und divers sind die Routenbauer. Die Routen im Kempten haben ihre Anforderungen komplett erfüllt, haben das Teilnehmerfeld sehr gut aufgesplittet, das heißt, es gab jeweils frühe Stürze, aber auch Tops, also keine zu ähnlichen Ergebnisse.

„Meine eigene Routen fand ich auch super durchmischt. Ich hatte eine dabei, die so überhaupt nicht meinem Stil entsprach, eine die mir sehr gut lag und eine wunderbar fordernde Finalroute, die einfach schön zum Klettern war.“

Super Stimmung, kaum Konkurrenzdenken

Die Stimmung beim Wettkampf sei toll gewesen, berichtet Charly: Es herrschte ein großes Gemeinschaftsgefühl, die „alten Hasen“ haben Neulingen gerne geholfen, die Menschen waren fröhlich, angenehm und gelöst, der Konkurrenzdruck denkbar gering. „Ich habe mich offen empfangen gefühlt, konnte mitreden, obwohl ich noch recht neu in der Para Wettkampf Szene bin.“

Positiv ist Charly aufgefallen, dass viele Athlet*innen des neu gegründeten Bayern Kaders (Trainerin Tatjana Nusser) vor Ort waren: „Es beginnt also eine bessere Vernetzung des Leistungssports Paraclimbing in Bayern.“

Sie lobt auch die gute Organisation in der Halle in Kempten, die unter anderem durch die Vielzahl an Helfenden, Sichernden und Unterstützenden getragen wurde – selbst noch beim anschließenden Training am Tag nach der Meisterschaft.

Meistertitel für Charly Wopkes

Ach und ganz nebenbei holte sich Charly übrigens den Deutschen Meistertitel in ihrer Klasse! Auf dem Treppchen in der gemischten offenen Klasse stand zudem Harry Lehmann auf dem 3. Platz.

Kevin Bartke startete in einer aufgrund zu geringer Teilnehmendenzahlen zusammengelegten Gruppe aus AU2- und AU3- Athleten, weshalb in seiner Klasse kein Meistertitel vergeben werden konnte, auch wenn er hier den 1. Platz in der Tageswertung einfuhr. Dafür holte sich aber jetzt am vergangenen Wochenende bei der World Climbing Para Series in Salt Lake City den 2. Platz in seiner Klasse!

Herzlichen Glückwunsch allen Athlet*innen, ihr seid super!