Transalp 2006

Transalp 2006
 
Die Tour
St.Lorenzen – Praxer Wildsee – Nemes-Hütte – Val Visdente – Timau – Cason di Lanza – Villach
 
Gefahrene km :                      265          
Gefaherene Höhenmeter :      9650
Gruppen – Durchschnittspuls :  130
 
 
… soviel zu den nüchternen Daten... 

 
 
Am 30 Juli um 4.30 Uhr stehen bei Dunkelheit 10 Mountainbiker abfahrtsbereit um den diesjährigen Alpencross – im Wesentlichen entlang des karnischen Kamms – zu meistern. Im vollen Vertrauen zu unsern beiden Guides Thomas und Siggi starten wir kurze Zeit später bei herrlichem Sonnenschein in St Lorenzen die Tour. Die erste Etappe verläuft, abgesehen von Bernds erstem Sturz  und dem schweißtreibenden Versuch unseres Youngsters Volker bergauf möglichst nicht abzusteigen, recht unspektakulär.
Dass  die Tour einen eher gemütlichen Charakter haben wird, zeigt der 2. Tag. Es gibt mindestens zwei ausgiebige Pausen pro Tag. Weiterhin beschert uns Michael aufgrund des An- uns Ausziehens seiner Protektoren weitere willkommene Unterbrechungen. Bereits jetzt muss Thomas feststellen, dass seine Wundcreme aufgebraucht ist. Ersatz ist in Sexten jedoch schnell beschafft. Es ist überhaupt auffällig, dass ca. 10% des Gepäcks der Gruppe aus Heilmitteln besteht. Fast hätten wir zwischen Innichen und Sexten Mike und Joan verloren, woran Claudia mit ihrem Ausreißversuch, dem sich nicht alle anschließen konnten, nicht ganz schuldlos war. Die Fahrreihenfolge hat sich spätesten nach dem Aufstieg zur Nemes-Hütte herauskristallisiert. Sie soll hier jedoch nicht näher erläutert werden, vor allem weil sie bergab ganz anders aussieht. Bei herrlicher Aussicht auf die Dolomiten und dem einen und anderen kühlen Getränkt beenden wir den Tag. Es wird jedoch für immer ein Geheimnis bleiben, wer sich die Pantoffel des Hüttenwirts ‚geliehen’ hat, was diesem gar nicht so gut gefiel. Aufgeklärt hat sich dagegen, wer des nachts heimlich den Hüttenboden betrat. Joan wollte den Trocknungsfortschritt seiner Wäsche kontrollieren. Da dort oben auch die hübschen Hüttenbedienungen ihr Quartier hatten, können gewisse Verdachtsmomente nicht ausgeschlossen werden.
Der nächste Tag bringt den ersten Regen, den Ausstieg von Michael sowie einen interessanten Trail nach Val Visdente, der jedoch nicht komplett fahrbar ist, wie der Sturz von Andy zeigt. Letzterer wurde per Video-Sequenz aufgezeichnet und vor allem zur Belustigung Joans mehrmals täglich angeschaut. Dass die aus Holbohlen bestehenden Querrinnen in den Wegen nicht als Spurrinnen gedacht sind muss Bernd schmerzlich spüren. Ziemlich durchnässt am Ziel angekommen muss die Küche des Gasthofs als Trockenraum herhalten, was jedoch den guten Geschmack des Abendessens nicht verdarb. Dies zeigt sich auch daran, dass Siggi – wie üblich – mehrmals Nachschlag verlangte und natürlich auch bekommt.
Die darauf folgende Etappe beginnt mit Sonnenschein und einem laut singenden Pilzesammler im angrenzenden Wald. Siggi beschließt – allerdings krankheitsbedingt – abzubrechen. Der Gesang aus dem Wald ist jedoch so betörend, dass Claudia (fürsorglicher Mutterinstinkt) und Volker (Konditionsschwächen) beschließen ihn zu begleiten. Die restlichen 6 werden nach dem langen Aufstieg zum Refugio Calvin und der anschließenden Abfahrt bereits vom Empfangskomitee, bestehend aus der ‚Pensions-Oma’, in Timau erwartet.
Am nächsten Vormittag ergibt sich die Möglichkeit, die Wassersäulen der Regenjacken und Hosen zu testen, was auch sehr unterschiedliche Ergebnisse bringt. Die Plastiktüten in Bernds Schuhen haben den Test jedenfalls nicht bestanden und müssen im Cason di Lanza entsorgt werden. Der Abend bringt vor allem kulinarisch sehr gute, neue Erkenntnisse, sowie Bilder in ‚sepia’. Die Nacht ist vor allem für diejenigen erholsam, die nicht wie Stefan und Joan stündlich die Zeitung in den Schuhen wechseln.
Die letzten beiden Etappen verlaufen trotz ‚Frigga’ im Magen und einer Unterbrechung der Halbpension durch eine Portion Schnitzel von Mike und Thomas recht ruhig.
Während der Zugfahrt zurück nach St Lorenzen können wir auf eine gelungene und sehr gut organisierte Tour zurückblicken.
Bleibt der erwartungsvolle Ausblick auf die Transalp 2007
 
Andreas Schürrlein

 

 
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